Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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ſich verheirathen, ſo hätten ſie zu viel verlorene oder ge⸗ wonnene Schlachten mit in die Ehe gebracht, und meine Wenigkeit hätte ſich jedenfalls am ſchnellſten hier für die liebenswürdige Jüngſte entſchließen können, ſchon wegen des Hubertsburger Friedens.

Netty, die Jüngſte, erröthete und biß in den Zipfel ihres Taſchentuchs.

Nun, an Frieden fehlt's Allen nicht, ſagte die Mut⸗ ter, und ſtatt über Geſchichtscapitel ſind die Sieben nun über Küche und Keller geſetzt. Und denken Sie nur, wie gut ſie's dabei haben: zwiſchen Oſtern und Pfingſten kommt Jede nur ein mal an die Woche.

Man lachte herzlich, und Ludwig verſetzte:

Wie wird's denn aber dem Mütterchen ergehen, wenn einſtmal ſieben Filialküchen entſtehen?

Lieber Ludwig, rief Lina, du kommſt ja gar ins Reimen. Ich glaube, Frau Engelhard, Sie ſtecken meinen Mann an! Sonſt bringt er nur Ungereimtes zu Stand!

Worauf dieſe erwiderte:

Ja, ja! Komm' Einer nur nicht der Philippine Gat⸗ terer zu nahe; der poetiſche Schnupfen ſteckt an. Uebri⸗ gens wird's mit den Filialküchen keine Noth haben. Sehen Sie meine Mädchen nur an, nicht jetzt im Hauskleid, ſon⸗ dern wenn ſie geputzt ſind: ſelbſt wenn ſie Oſtern und Pfingſten und Himmelfahrtstag zugleich angezogen haben, ſind und bleiben ſie in unſerm heutigen Jeroͤme'ſchen Hof⸗ und Geſellſchaftsgeſchmack Aſchenbrödel. Nun hat zwar

im Märchen eine Aſchenbrödel ihr Glück gemacht; aber heutzutag, in der Napoleon'ſchen Wirklichkeit und beim Geſchmack und Trachten unſerer jungen Männer, finden