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einfand. Anzug und Ausſehen der ehemaligen Dichterin verriethen eine gewiſſe Selbſtvergeſſenheit, die aber nicht bis zur Vernachläſſigung ging. Ihr freundliches Auge, früher vielleicht, nach Shakſpeare's Ausdruck,„in ſchönem Wahnſinn rollend“, mochte jetzt mehr nur die Dinge der Alltagswelt und Wirthſchaft umkreiſen, und blos die Stirne ſchien noch von den ehemaligen poetiſchen Stunden nach⸗ zuleuchten. Den ihr vorgeſtellten jungen Freund begrüßte ſie mit dem gemeſſenen Ausdruck einer vorgefaßten Mei⸗ nung von ihm; wie ſie denn auch gleich ſehr freundlich bemerkte, daß ihre Thereſe bereits von ihm erzählt habe.
Thereſe, hoch erröthend, ſetzte raſch hinzu:
Von Ihrer Verkleidung hab' ich der Mutter erzählt.
Ja, und wie charmant Sie geſungen, fuhr die Mut⸗ ter fort, und wie Sie überhaupt—
Als ſie plötzlich ſchwieg, und das Lob der Liebens⸗ würdigkeit, das ihr ſchon auf der Zunge war, verſchluckte,
half ihr Lina über die Verlegenheit hinaus, indem ſie ſagte:
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Wir wollen aber vor allem die Mutter in ihrem ſiebenfarbigen Bogen ſehen. Ich will nicht— Regen⸗ bogen geſagt haben; denn die vierzehn Augen leuchten nur wie ein doppeltes Siebengeſtirn. Sind doch alle zu Hauſe?
Ja, rief Thereſe, lief geſchäftig fort, und man hörte draußen fünf Mädchennamen rufen. Nicht lange, ſo ka⸗ men ſie lächelnd herein, eine die andere vorſchiebend, nicht blöde, aber— vielleicht des jungen Herrn wegen, von dem wol die Rede geweſen, ein wenig befangen,— alle, wenn nicht gleich hübſch, doch gleich geſund, friſch und vergnügter Miene, einander nicht auffallend ähnlich, doch
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