Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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ſchäfte zu machen; auf den bewunderten Möbeln ſetze ich eine Burggrafentochter in Renomme, und erobere für mei⸗ nen Ludwig eine„ungemein geſcheite, liebenswürdige Frau“.

Während Hermann herzlich lachte, und Ludwig mit Brotkügelchen nach ihr warf, fuhr ſie fort:

Wenn aber ſo manche Familie wüßte, daß mein Auge mehr als die neuen pariſer Möbel erblickt! Es ſieht auch Geſpenſter am hellen Tag. Hinter manchem Pommier, mit orangegelbem Gourgouran beſchlagen, ſehe ich verſchämte Sorge kauern, um hervorzukommen, ſobald der angelächelte Beſuch wieder fort iſt; aus den ſchweren Falten der Vor⸗ hänge ſchielt mancher aſchgraue Kummer, und vor den Spiegeln erblicke ich in Gedanken die grauen Haare, die Morgens unter die Mütze von Petinet, mit kleinem Schleier und Roſa⸗Grosgrainband gekämmt, oder unter die Perlen⸗ ſchnur verſteckt werden, die ſich zum Abendball durch die aufgewickelten Locken ſchlingt.

Du könnteſt mehr ſehen, beſte Lina! fiel Ludwig nicht ohne Bitterkeit ein,— Schulden, die an das traurige Arbeitspult des vornehmen Herrn ſchleichen, eine leicht⸗ fertige Liaiſon, die ſich im Boudoir der jungen Hausfrau hinter den Nachtgewändern verſteckt. Wie manches Schmuck⸗ käſtchen, das auf hohen Füßen, geſchnitzten Krallen und geflügelten Löwenköpfen ruht, iſt der Beſitzerin für den ſchönſten jungfräulichen Schmuck zu Theil geworden— ein Souvenir für Herzklopfen!

Geh', lieber Mann! Wie kannſt du ſo was ſagen! rief Lina misbilligend, und Hermann, von dieſem Gegen⸗ ſtande ablenkend, verſetzte:

Die Beſoldungen ſind doch ſo gering nicht, wie mir

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