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Lina erzählte lebhaft, und wenn ſie dabei verrieth, daß die glänzende Einrichtung, der verſchwenderiſche Auf⸗ wand, womit die vornehmen Wohnungen einander über⸗ boten, ihr ein wenig imponirten: ſo bewieſen doch ihre
treffenden Bemerkungen auch wieder, wie beſonnen und
ſcharfblickend ſie ſich dennoch über all' den Eindrücken zu halten wußte. Auch gab Ludwig ihr das Zeugniß, daß ſie merkwürdig tactvoll und überall wie zu Haus ſich benehme.
Sie ſträubt ſich nicht, den Ehrenplatz einzunehmen, liebe Mutter, ſagte er lächelnd; ſie läßt ſich in die ſeidenen Kiſſen fallen, als wenn's durchaus nicht ſchade darum wäre, und ihr Auge ſchweift ſo kalt und vornehm über die großen Spiegel und goldenen Kronleuchter, über die Oelgemälde und Marmorbilder, ſo lächelnd über die Mu— ſcheln und Mineralien auf den Mahagoniconſolen, als ob ſie es nie anders um ſich gehabt hätte.
Alles mit Ausnahmen, du loſer Mann! erwiderte Lina. Hier und dort bin ich auch wieder ſo artig, etwas zu be⸗ wundern oder nach etwas zu fragen. O ich finde mir ſchon meine guten Caſſelaner heraus, die den koſtſpieligen Uebergang vom Kurfürſten zum König, dieſen kummer⸗ vollen Aufwand, nicht ſo für nichts und wieder nichts gemacht haben wollen. Nicht umſonſt haben ſie bei un⸗ ſerer Anmeldung ſchnell die Ueberzüge von den guten Sachen abgeſtreift. Die Koſtbarkeiten ſollen bemerkt und beſprochen werden.
Und deine Bewunderung wird dir hoch angerechnet werden, Lina! wendete Hermann ein.
Das denk'ich auch, erwiderte ſie. Ich hoffe gute Ge⸗
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