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nehme Erſcheinung, die natürliche Anmuth ſeiner Manie⸗ ren und eine leicht erregbare Schwärmerei ſeiner Gedan⸗ ken ſchienen der Gräfin in ſolchem reinen und umfaſſenden Bariton ihren Zuſammenklang zu finden. Sie überlegte hin und her, wie ſie es einrichten moͤchte, um den jungen Mann nach Auflöſung der Lectionen nicht ganz zu ver⸗ lieren. Für ſo manche gute Stunde und heitere Stim⸗ wung, die ſie durch ihn gefunden, rechnete ſie ſich eine Verpflichtung an, die ihrer Empfindung nach mit einem Honorar für die Stunden des Unterrichts durchaus nicht abzumachen war. Sie hoffte vielmehr für ſeine Befoͤrde⸗ rung etwas thun zu koͤnnen, was ihm wie ihr ſelbſt zur Befriedigung gereiche. Sie nahm ſich vor, mit ihrem ein⸗ flußreichen Freunde Bülow zu reden; ſie dachte an ihre andern Verbindungen, bis ſie zuletzt einſah, daß ſie vor allem wiſſen müſſe, nach welcher Richtung hin der junge Mann ſeine Zukunft ſuchte. Einſtweilen konnte ſie ſich nicht verſagen, am nächſten Abend, als Hermann nach geſchloſſener Stunde ſich zum Fortgehen anſchickte, ihm ihre guten Abſichten anzudeuten, indem ſie dabei den Wunſch ausſprach, von ihm zu hören, worauf er ſeinen Lebens⸗ plan gerichtet habe.
So lebhaft Hermann das Wohlwollen der hochgeſtell⸗ ten Dame empfand, ſo war es doch in einer Weiſe aus⸗ gedrückt, daß es an ſeine unbedeutende, der Fürſprache bedürftige Stellung in der Welt erinnerte, was ihm in Beiſein Adelens eher etwas empfindlich ward. Er hätte lieber ſchon in dieſen ſtrahlenden Augen für etwas Rechtes gegolten, ſich lieber als Gegenſtand des Verlangens, ſtatt des mitleidigen Wohlwollens, empfunden.


