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fallen war, es nicht begreifen konnte. So wollte es ihr auch gar nicht einleuchten, daß ſie ſich mit den heimlichen Sprachſtunden Adelens übereilt und ihre Stellung ver⸗ geſſen haben ſollte, wie es ihr mit dem Könige zurück⸗ gekehrter Gemahl anſah, ſo leicht er es ſelbſt auch mit dem Leben an jenem Hofe nahm.
Dennoch war es nicht anders. Schon ihre Vorliebe für ein ſo launenhaftes und eigentlich unausgebildetes Ge⸗ ſchöpf, wie die Creolin Adele, war mehr aus einem Reize für die Phantaſie, als aus einer Sympathie des Herzens entſprungen. Adele hatte dann mit ihrem Vorſchlag we⸗ gen der deutſchen Stunden eine der unbefriedigten, ſehn⸗ ſüchtigen Stunden der Gräfin getroffen. Das Räthſel des verliebten, trotzigen Mädchenherzens lockte die Dame; die Intrigue erſchien mehr amüſant als bedenklich, wenn nicht etwa auch die kleine weibliche Schalkheit dahinter ſteckte, den ihr unleidlichen General Morio mit ſeiner Be⸗ werbung um Adelen ein wenig zu durchkreuzen. So hatte ſie ſich zu einer Heimlichkeit verſtanden, in der ſie uner⸗ wartet ſich ſelbſt ein wenig verfing, ſobald die einander begegnenden Seelenbewegungen des Lehrers und der Schü⸗ lerin ihre feine Beobachtungsgabe zu beſchäftigen anfingen.
Adele hatte aus Amerika ein lebhaftes und verwöhn⸗-
tes Naturell mitgebracht, und in Caſſel mit ihrem guten Verſtand für die Außenwelt ein unreifes Selbſtgefühl auf dem Fuß ihres hochgeſtellten Bruders angenommen. Zwi⸗ ſchen dieſen beiden Regungen bewegte, vergaß und beſann ſich immer wieder das leidenſchaftliche Herz in der jugend⸗ lichen Mädchenbruſt.
Ein ähnlicher Kampf widerſtrebender Empfindungen in


