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hab' ich auch ſoviel von ihm, lieber Hermann, und möchte etwas beſitzen, womit ich ihn erfreute, ohne es von ihm zu haben, und worauf ich alſo ein bischen ſtolz ſein dürfte auf meine eigene Hand.
Nun ſollte es ſich aber fügen, daß dieſelbe Woche, mit der ſich dem jungen Freund ein ſo herzlicher Fami⸗ lienverkehr eröffnete, ihm von einer andern Seite eine Herzensverwickelung anzettelte, die ſeine nächſte Zukunft in Gefahr bringen konnte.
Die Gräfin Antonie fühlte ſich unwohl, oder gab ſich wenigſtens in Folge eines Misverſtändniſſes mit dem Kö⸗ nig dafür aus, und zog ſich in die Einſamkeit ihrer Stadt⸗ wohnung zurück, während ihr Gemahl als Oberkammer⸗ herr ſelten von Napoleonshöhe herunterkam. Was ihr dieſe Tage des Verdruſſes noch widerwärtiger machte, wa⸗ ren die häufigen Regengüſſe, die der gewitterreiche Juni mit
ſich brachte. Sie ſah ſich nach Unterhaltung um, da ihr
beſonders die trübſeligen Abende eine wahre Verzweiflung anrichteten, und verſuchte es in dieſer Verlegenheit öfter mit der cyanenblauen Vaſe, die denn freilich dem jungen Freunde ſtets ein erfreuliches Signal erſchien.
Die Gräfin Antonie, eine geborene Fürſtin H. H., war eine ſehr eigenthümliche, in ihrer ſchönen Begabung von innern Widerſprüchen bewegte Dame. Eine reizbare Phantaſie, ein nicht leicht befriedigtes Herz und nicht wür⸗ dig genug beſchäftigter Geiſt trieben ſie nicht ſelten zu ei— ner Bethätigung, worin ſie ſich ſelber nicht verſtand, und doch— wenn ſie bei Andern in ein Misverſtändniß ge⸗
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