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und zog den alten Emmerich mit ſich auf ſein Arbeits⸗ zimmer.
Wie kommt ihr nur zu dieſem Gaſte? fragte Her⸗ mann, und Lina erwiderte:
Ludwig hat in Homberg ſeine Bekanntſchaft gemacht. Er hat uns hierher begleitet, um ſich mit den Männern des kurfürſtlichen Anhangs zu beſprechen, und dann nach Marburg zurückzukehren, wo er ſich jetzt aufhält. Es iſt merkwürdig, was ein ſo alter Mann noch ſo unruhig und tollkühn ſein kann. Freilich ſind ihm auch die verwegen⸗ ſten Unternehmungen geglückt, und er hat zur rechten Zeit keine Warnung erhalten. Für mich hat es etwas gar Betrübendes, wenn ein alter Mann nicht zur Gemüths⸗ ruhe kommen kann, und in ſo hohen Jahren noch fort⸗ während auf Abenteuer ausgeht.
Sie ließ ſich dann über ihre künftige Einrichtung und Lebensordnung aus, wobei ſie auf Hermann's fleißige Be⸗ ſuche zählte.
Wir wollen recht viel ſingen, ſagte ſie, beſonders Abends, wenn Luͤdwig müde iſt; er hat das gern, und kann ſich dabei ausruhen. Eins aber wollen wir hinter meinem lieben Manne her treiben, fuhr ſie— des über⸗ eilten Ausdrucks flüchtig erröthend— fort, und ich komme dazu auch manchmal zur Mutter. Ludwig ſpricht nämlich ſehr oft von dieſem und jenem Schriftſteller mit Ent⸗ zücken, und ich bin darin ſo fremd geblieben. Er ſelbſt beſitzt das Beſte von ihnen in ſeiner kleinen Bibliothek, und ich kann mich damit bekannt machen. Zeit hab' ich bei meinem kleinen Haushalte dazu, und bin ja den Tag über ziemlich allein. Ludwig möchte mir manchmal gern


