Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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46 bis endlich die Thür aufging und Salha im bloßen, kur⸗ zen Hemde heraustrat. Er warf einen Blick über die Anweſenden und rief, als er Hermann bemerkte:

Ah! Sie, Herr— Dings,— Herr— Tenor, Sprachmeiſter! Kommen Sie mit!

Der junge Mann war aus der Fenſterecke vorgetre⸗ ten und übergab unter verlegenen Bücklingen ein Geſuch.

Ich habe mich dem Herrn Kriegsminiſter präſentirt, ſagte er in gutem Franzoſiſch, wollte mich aber der Gunſt des Herrn Generals noch beſonders empfohlen haben.

Salha maß den jungen Mann über die Schulter, durchlief die franzöſiſch abgefaßte Schrift und fragte hoch⸗ müthig geſtreckt:

Baron von Mirbach?

Zu Befehl, Herr General!

Alte heſſiſche Familie?

Wir ſind auch im Hannoverſchen verzweigt, Herr

General.

Sie haben auch ſtudirt?

Wie hierin bemerkt, in Marburg und Göttingen.

Ah bah! Alles ſtudirt in Deutſchland! erwiderte Salha wegwerfend. Können alſo Latein?

Gewiß, Excellenz! lächelte der junge Baron. Worauf Jener mit ſpöttiſcher Miene verſetzte:

So ſagen Sie mir mal auf lateiniſch:„Jetzt ziehh

ich meine Hoſen an!“ Der Baron ſchwieg, verletzt und erröthend.

Sehen Sie, Herr Baron, daß Sie kein Latein kön⸗

nen! rief Salha mit rohem Lachen.