Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

45⁵

an des Generals Benehmen in der Au, ſowie durch Alles, was er von deſſen Unbeholfenheit gehört hatte, gefaßt und über die Aengftlichkeit hinausgehoben, mit der ge⸗ wöhnlich ein junger Menſch von untergeordneter Herkunft den verhängnißvollen Uebergang aus der Studentenkneipe zum Vorzimmer eines hochgeſtellten Mannes unternimmt. Zur ſchicklichen Stunde fand er ſich in der Wohnung des Generals ein und traf das Vorzimmer von Wartenden beſetzt. Der Bediente beſchied auch ihn zu warten, der Herr General nehme ein Bad. Ein nach der Seiten⸗ thüre ſchielender Blick deutete dabei das Badezimmer an, und dieſe Nähe des Mannes ſchien eben den Anweſenden die reſpectvolle Stille aufzulegen, die hier herrſchte. Ein junger Mann von ariſtokratiſchem Ausſehen, ſchlank ge⸗ wachſen und von edeln Zügen, ſtand in der Fenſterniſche, ſtolz auf die Brüſtung gelehnt. Doch mochte dieſe bewußte Haltung mehr nur angenommen ſein, um damit ſeiner verſchämten Befangenheit zu imponiren; denn es ſchien ihm ſehr angenehm, als Hermann grüßend zu ihm trat.

Es iſt ja ſehr viel Aufwartung hier! bemerkte unſer junger Freund.

Ja, warf der Andere hin, Handwerker, die mit Rech⸗ nungen warten, Supplikanten, die ſich mit Bittſchriften gedulden. Der General war vor kurzem noch Pagen⸗ gouverneur und empfängt Rechnungen; jetzt iſt er Groß⸗ meiſter des Hauſes der Königin und nimmt Suppli⸗ ken an.

Er lächelte dabei, als ob er ſagen wollte: Zu beidem gehört ein ſo feiner Mann, wie dieſer Matroſe iſt. Einige mal hörte man die barſche, rauhe Stimme des Badenden,