Teutleben, ein junger Freund, an uns empfohlen. Sel⸗ tener Bariton, Herr General! Geht aber auf⸗ und ab⸗ wärts weit über ſeine Grenzen,— kreuzt nach dem Baß und nach dem Tenor hin. Leider kein Sänger von Pro⸗ feſſion; will vielmehr Profeſſor werden, und wäre als ſolcher gar wohl zu engagiren. Ei— da fällt mir eben ein—! Nehmen Sie ihn einſtweilen zum Sprachmeiſter für Mademoiſelle Melanie! Sie ſuchen ja Jemanden für das Deutſche? Hab' ich wenigſtens gehört.
Die Franzoſen blickten einander fragend und den jun⸗ gen Mann muſternd an, wobei die lebhaften Augen der Creolin auch für ihre Perſon keine Abneigung vor dem deutſchen Unterricht verriethen.— Spricht der Herr fran⸗ zöſiſch? fragte Graf von Fürſtenſtein. Worauf Hermann lächelnd verſetzte:
Ich würde wol die Grammatik expliciren können, wenn ich das unerwartete Glück hätte, Sprachmeiſter zu werden. Wahrlich, Graf, er ſpricht gut! bemerkte Salha⸗
Unſer junger Freund iſt allerdings kein gewöhnlicher Sprachmeiſter, fiel Reichardt ein, ſucht auch darin keinen Erwerb, keine Exiſtenz. Er hat Studien für einen hö⸗
hern Beruf im Dienſt gemacht. In dieſer Erwartung
würde er es ſich aber zur Ehre rechnen, eine ſo liebens⸗
würdige Schülerin leicht und angenehm in die deutſche
Sprache und Literatur einzuweihen, und ſich dadurch die Gunſt und Förderung ſo einſichtvoller Hof⸗ und Staats⸗ männer zu verdienen.
Fuͤhren Sie uns den jungen Mann zu, ſagte Für⸗
ſtenſtein. Ihre Freundſchaft für ihn gereicht ihm zur beſten
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Empfehlung!


