Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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Verlegenheit, die nachgerade den jungen Freund zu ver⸗ wirren anfing, als eine ältere Frau mit der Geberde, ihm zu Dank etwas Freundliches zu ſagen, hervortrat und ihm zuflüſterte:

Laſſen Sie ſich nicht beunruhigen! Es gilt nicht Ihnen: Sie haben charmant geſungen; aber das Lied iſt von Luiſen ſelbſt, nicht von ihrem Vater componirt, wie Sie glauben, und hat für ſie ſchmerzliche Erinnerungen. Sie wußten das nicht und müſſen es auch jetzt ignoriren. Thun Sie ganz unbefangen!

Recht wie erwünſcht kam ein unerwarteter Beſuch und half über die verheimlichte Verwirrung vollends hinaus. Graf von Fürſtenſtein, Melanie Salha am Arm und von ſeiner Schweſter, Mademoiſelle Le Camus, einer niedlichen Creolin, ſowie vom Vater Melaniens, General Salha, begleitet, traten unvermuthet durch die grünen Couliſſen herein. General Salha, vormals Schiffslieutenant, etwas roh und unbehülflich in Ton und Manieren, entſchuldigte in ſeinem Marinefranzöſiſch die Störung mit ihrem Ver⸗ langen, den neuen vortrefflichen Sänger zu ſehen, den ſie aus der Ferne gehört hätten.

Es iſt Zeit, Herr Kapellmeiſter, daß wir einen an⸗ dern Tenor aufs Theater bekommen, ſagte er. Unſer Monſieur Theodore iſt recht abfällig; er hat manchen conträren Wind überſtanden; Alter und Klima haben ihn mürbe gemacht, und ſeine Kehle iſt nicht mehr zu kal⸗ fatern. Ha, ha!

Herr General, antwortete Reichardt, hier habe ich die

Ehre, Ihnen den Sänger vorzuſtellen,— Hermann—