Nach kurzer Unterhaltung mit Mutter und Tochter Reichardt empfahl ſich der Beſuch; worauf der Kapell⸗ meiſter, während man ſich zu den mitgebrachten Er⸗ friſchungen ſetzte, zu Hermann ſagte:
Ich habe Sie, mein lieber junger Freund, allerdings zu etwas empfohlen, ohne Sie darum befragt zu haben.
Ich weiß aber, was Ihnen dient. Sie müſſen zu Anfang nicht das Geſchäft anſehen, ſondern den Platz, wo Sie Ihre Springfedern anſetzen. Vor allem dürfen Sie hier nicht zu beſcheiden auftreten. Die Franzoſen verſtehen den Tiefſinn deutſcher Beſcheidenheit nicht. Sie müſſen hoch mit ſich hinauswollen, zuerſt ſich ſelbſt begründen, um dann deſto wirkſamer unſer deutſches Leben und Lei⸗ ſten geltend zu machen. Der Stolz auf uns ſelbſt iſt der beſte Gegendruck gegen dieſe erniedrigende Fremdherrſchaft. Sie glauben nicht, wie ſich dieſe Deutſchen wegwerfen und in Niederträchtigkeit wetteifern.
Ich habe mir dieſen zum Grafen erhobenen Herrn Le Camus älter gedacht, bemerkte Hermann.
Nein, erwiderte Reichardt, er war doch immer ein Vertrauter und guter Kumpan Jeroͤme's, nur ſoviel älter, uum zugleich ſein Rathgeber und Führer zu ſein. Jeröͤme hatte ihn auf Martinique kennen gelernt, wo er Pflan⸗ zer oder auch Gewürzkrämer war. Sie kennen ja un⸗ ſers Königs Vorgeſchichte, nicht wahr?
Ich weiß gerade nicht, wieviel Wahres oder Falſches an Dem iſt, was ich davon weiß, lächelte Hermann. Un⸗ ſer Jeröme hat eine etwas mythiſche Vorgeſchichte, die ſich an die Krämerelle und Ladenwage knüpft.
Ei was! fiel Reichardt ein. Nein, ich kann Ihnen
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