Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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34 Wirthſchaft, gleichſam als Vorſpiel der Jeröme'ſchen, ge⸗ führt haben ſoll. Vater liebt dieſen etwas erhöhten und abgeſchloſſenen Platz, wo wir gewoͤhnlich auch ein wenig muſiciren.

Plötzlich rief Reichardt:

Geh' zum Teufel mit deiner Drehorgel! Wir haben unſere eigenen Inſtrumente und ſind unſere eigenen Poli⸗ zeiſpione.

Die Scheltworte galten einem Burſchen, der hinter einer Hecke lauſchend bemerkt worden und dann mit ſei ner Orgel ſchnell hervorgetreten war. Hinter dem Weg⸗ gegangenen ſchalt Reichardt:

Kann man ſich doch dieſes Hunde ſcherenden, Orgel und Schnurrpfeifereien treibenden Spitzbubenpacks nicht mehr erwehren! Und ich, wie es ſcheint, habe etwas apart Anziehendes für Polizeiſpione, wie für du weißt ja, liebe Frau für Wanzen.

Lieber Papa, flüſterte ihm Luiſe zu, in der nahen Faſanerie iſt Geſellſchaft, Graf Fürſtenſtein mit Anhang.

Das ſind gute Freunde und verſtehen kein Deutſch! lachte Reichardt. Die ſuchen jetzt ländlichen Zeitvertreib, dieweil der König fort iſt. Sie wiſſen ja, lieber Doctor, daß Jeröͤme eben das Land bereiſt, und ſich den Bürgern und Bauern ſeines Reichs präſentirt und recommandirt. Sonſt hat er dieſen gefürſtenſteinten Le Camus auf allen Reiſen und Unternehmungen um ſich; diesmal hat er aber kluger Weiſe lauter alten Landesadel mit ſich genommen. Apropos, Luiſe! General Salha ſucht ja für ſeine Toch⸗ ter Melanie einen deutſchen Sprachmeiſter: wie wär's, wenn du den jungen Freund da zur Madame brächteſt?