Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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Es ſind auch räudige darunter, Papa, durchfaulte,

4 4 bemerkte jenes intereſſante Mädchen. Worauf Frau Reichardt mit ſchalkhaftem Lächeln den jungen Gaſt an⸗ t redete: Wir kennen uns ſchon, junger Herr! Sie haben ſich 4 dieſen Morgen bei Ihrem Beſuche gleich überzeugen koͤn⸗ nen, daß eines Kapellmeiſters Frau ſo geſchickt, wie ihr 5 Mann das Taetſtäbchen, ihren Staubbeſen führen muß, um die Hauskapelle zu dirigiren. 3 Ich muß geſtehen, antwortete er flüchtig erröthend, u daß ich auf eine ſo liebenswürdige Familie gefaßt war, daß anmuthige Bewegung und Wohlklang der Stimme mich auch an der vermeintlichen Haushälterin nicht be⸗ 1 fremdeten. M 3 Sie hieß ihn mit ſolcher Artigkeit willkommen in 1 9 Caſſel, und nannte ihm ſodann die verſchiedenen Anwe⸗ t ſenden, unter denen ihm jenes Frauenzimmer, die ſchon n vermuthete Tochter Reichardt's, gleich einen ſo ungemei⸗ 3 nen Eindruck gemacht hatte. 5 Luiſe war ſchlank von Geſtalt und edel gebaut. Ihre 3 Haltung hatte etwas Schwebendes, zuweilen Feierliches. 1) Dann ſah ſie wol wie verklärt oder wie abweſend aus, 7 doch mit ſprechenden Mienen, als vernehme ſie Töne von B oben oder führe mit Abweſenden Unterredung. Aber auch . im gewöͤhnlichen Verkehr, für den es ihr an Verſtand und 4 Beſonnenheit nicht fehlte, war Blick und Ausdruck des 3 Geſichts höchſt bedeutend und einnehmend; obgleich feine 3* Pockennarben Das ſtörten, was man im glatten Sinne

ſchön zu nennen pflegt. Hermann erinnerte ſich jetzt, ſchon in Halle gehört zu haben, ſie ſei eine geiſtreiche Schoͤn⸗