ſchwieg eine Weile und ſchien doch nachdenklich geworden. Indeß winkte ihnen ſchon die Familie begrüßend entgegen, und ſie betraten einen couliſſenartig von Bäumen um⸗ faßten Hügel, das ſogenannte Grüne Theater, wo Reichardt den jungen Mann mit den Worten vorſtellte:
Herr— Dings— Hermann Weißleber aus Halle, ein junger Freund unſers theuern Steffens!
So heißt er nicht, Papa! bemerkte ein intereſſant aus⸗ ſehendes Frauenzimmer.
Wer heißt nicht? Wie heißt er nicht? fragte Reichardt.
Ich heiße Teutleben! verſetzte mit angenehmen Lächeln der junge Gaſt.
Teutleben? Ja, ja ganz recht! rief Reichardt. Aber hören Sie, Liebſter, ſchaffen Sie den Namen ab! Er klingt viel zu geſucht für unſere Zeit. Denn— Teut⸗ leben hat keine Bedeutung mehr, oder iſt eine Drohung, eine Verſchwörung gegen die Franzoſen. Teut, der Gott der Deutſchen, iſt todt. Wiſſen Sie das nicht? Nennen Sie ſich Todtleben! Oder nein, das wäre ein Widerſpruch in ſich ſelbſt— eine contradictio in adjecto, wie ihr
Philoſophen ſagt—, und Sie ſind auch noch zu jung,
und ein hübſcher Menſch: nennen Sie ſich Lebemannz damit machen Sie Glück in Weſtfalen. Uebrigens todt⸗ leben,— ſich zu Tod leben können Sie hier mit hun⸗ dert Gelegenheiten!
Still, Mann! lachte eine nette Frau, die unſerm Her⸗
mann bekannt vorkam. Weißt du nicht, daß einzelne Bäume zur geheimen Polizei gehören?
Oh! Die ſchönen Bäume, liebe Frau? Nein! Die ſind zu ſtrack dazu, die ſind noch altkurfürſtlich.
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