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ten ſein Herz und ſeine Phantaſte ins Ungemeſſene jugend⸗ licher Wünſche und Erwartungen. Er träumte ſich geehrt und geliebt, und die nächſte Equipage, die glänzend an ihm vorüber zum alten Schloß hinabrollte, weckte die lebhafteſte Vorſtellung von Macht und Reichthum in ſeiner Seele.
Dieſe beiden gewaltigſten Realitäten der bürgerlichen Geſellſchaft, um die ſich Hermann bisher in der Zurück⸗ gezogenheit ſeiner Studien wenig bekümmert hatte, traten jetzt zum erſten mal feſt, wiewol noch ziemlich phantaſtiſch, vor ſeine Betrachtung. Er war eben an einem Wende⸗ punkte ſeines Lebens angelangt, wo er für ſich ſelbſt eine wirkſame Stellung in der Geſellſchaft ſuchte, während die Umgebung, in welcher er darnach ausging, ſelbſt phan⸗ taſtiſch und räthſelhaft in ihrer Erſcheinung, ſich noch ganz an ſeine bisherige Anſchauungsweiſe der Welt und Men⸗ ſchen anſchloß.
Als Hermann des Nachmittags wieder beim Kapell⸗ meiſter zufragte, erwartete ihn dieſer ſchon angekleidet und den Hut aufgeſetzt, mit freundlicher Ungeduld.
Sie bleiben lange aus, Herr— Treuleber! ſagte er. Kommen Sie nur gleich mit! Meine Familie iſt voraus⸗ gefahren; wir wollen die heißen Stunden in der Au zu⸗ bringen. Es iſt heut juſt ein Tag für dieſen herrlichen Platz, der Ihnen gefallen wird.
Auf der Haustreppe ſtießen ſie auf einen ziemlich ver⸗ lumpten Franzoſen, der ſich Hunde zu ſcheren und zu dreſſiren erbot.
Gehen Sie zum Teufel mit Ihrer Schererei! ließ ihn Reichardt franzöſiſch an und ſetzte dann deutſch hinzu:


