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Indem er nun ohne weiteres Vorhaben auf Gerathe⸗ wohl durch die Straßen wandelte, überraſchte ihn die Ausſicht vom Friedrichsplatz ins Freie, und er ſchlenderte unter den Linden und Kaſtanien über den friſch aufgefahre⸗ nen Kies hinab. Welch' eine herrliche Landſchaft, mitten aus der hochgelegenen Stadt überſchaut, breitete ſich hier unter ſeinen Blicken aus! Südöſtlich der lange Zug ſanf⸗ ter Bergkuppen mit thalwärts geſenkten Waldzipfeln bis zu dem verſchlungenen Bergſpalt, durch welchen der junge Wanderer geſtern ins Thal hereingekommen war, da wo der Hirſchberg vortritt und der Meißner ſeine blaſſe Stirne zeigt. Links heranziehend knüpfen ſich die mächti⸗ gen Kaufunger Berge und der Höhenzug des Reinhards⸗ waldes an. Tiefer hängt ein Eichenwäldchen zur Lanke ſtraße herab. Ueber die hügelige Niederung breiten ſich Felder um ein paar halb verſteckte Dörfer aus, und ſchlie⸗ ßen ſich an die weitgeſtreckten Wieſen und den Augarten am Ufer des Fuldafluſſes. Die Gipfel der gewaltigen Bäume dieſes Parkwaldes und ſeiner Alleen bleiben tief unter dem Beſchauenden, und nur die Obſtbaumterraſſen, die Gemüſe⸗ und Blumenrabatten ſteigen bis zur niedern Mauer empor, die den Garten von der Straße trennt.
Hier wandelte Hermann lange und in gehobener Stim⸗ mung auf und nieder, indem er den Blick abwechſelnd über die ſonnige Landſchaft ſchweifen ließ oder nach den ſchönen Häuſern wendete, die er ſich im Ausblick auf eine ſo bezaubernde Natur von den glücklichſten Familien bewohnt dachte. Klavier und Geſang, die er aus offenem Fenſter vernahm, eine ſchlanke Mädchengeſtalt, die auf ei⸗ nem Altane zwiſchen blühenden Gewächſen erſchien, ſtimm⸗
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