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Wie Hermann, den breitſchößigen grünlichen Frack an⸗ gezogen, in der Stube auf- und abwandelte, fühlte er ſich in den engen Kleidern nicht ſo bequem, als er ſich doch für Andere darſtellte, und hielt ſich für ſteif, was Andere vielleicht für ſtolz angeſehen hätten. So verließ er das Haus, und ſuchte ſich nach den Andeutungen des Wir⸗ thes zur Wohnung des Kapellmeiſters Reichardt zurecht zu fragen.
Dies war eben nicht ſo leicht; denn je weiter er an der Martinikirche hinaufkam, deſto mehr glaubte er in einer ausländiſchen Stadt zu ſein. Man hörte in den belebten Straßen faſt nur franzöſiſch reden, und durch Ausſehen, Kleidung und lebhaftes Weſen verrieth ſich die Unzahl der Fremdlinge, die ſich dem franzöſiſchen Hofe nachgezogen hatten. Neue Läden mit franzöſiſchen Ueber⸗ ſchriften waren theils ausgeſtellt, theils im Entſtehen: hier eine Marchande de modes et de nouveautés, dort ein Traiteur oder Cafetier, da ein Tailleur bréveté, hier ein Marchand de comestibles et liqueurs oder ein Mattre de langue française. Hermann ließ ſich manche vergeb⸗ liche Anſprache nicht verdrießen, bis er endlich zu Reichardt's Wohnung gelangte. Hier ſtieß er, eine Treppe hoch, vor einem offenen Zimmer, in deſſen elegante, wohlriechende Unordnung er eben einen flüchtigen Blick warf, auf eine mit dem Staubbeschen beſchäftigte Frauensperſon, die ihn beſchied, daß der Geſuchte in einer Probe auf dem Thea⸗ ter ſei. Hermann übergab ſeinen Brief, den er ange⸗ legentlich empfahl. Er werde nach Tiſche wiederkommen und das beſchmuzte Couvert entſchuldigen.


