Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſchen Spitz anzuſchaffen. Trinkt und laßt Eure Spitz⸗ bübereien!

Aber der junge Menſch wird ſehr verdächtig durch b ſolche Empfehlung! bemerkte der Commiſſar. Ich werd' ihn im Auge behalten und ihn bei meinem oberſten Chef bezeichnen. Ja, das werd' ich!

Ihr ſeid ganz auf dem Holzweg, Steinbach! ſchalt 3 Kerſting. Ich weiß, daß der junge Herr an den fran⸗ zöſiſchen Geſandten empfohlen iſt, an Baron von Rein⸗ hard, und Ihr habt Reichardt geleſen. Es hat Euch vor den Augen geflimmert. Nehmt Euch aber in Acht! Der Geſandte Napoleon's, wißt Ihr, ſpricht ſelbſt mit unſerm Koöͤnig Jeroͤme ein Wörtchen, wenn der Kaiſer mit ſeinem Bruder Nun was weiß ich! Macht Euch ja keine Ungelegenheiten, Steinbach! Und das Paßweſen iſt ohnehin Eure Sache gar nicht. Ich werde den Aus⸗ 3 weis des jungen Mannes aufs Bureau beſorgen, und V Ihr ſchweigt und trinkt aus!

Der Wein that denn auch das Uebrige. Kerſting wußte ſeinen Mann zu behandeln, der dafür bekannt war, A 1

daß er im Rauſche den Gegenſtand ſeiner Angeberei zu⸗ weilen ganz und gar vergeſſen konnte. Es wurde ihm daher auch manches Gute zu Theil, wie jetzt der Bur⸗ gunder, der ihn wirklich dahin brachte, daß er beim Weg⸗ gehen den Wirth verſicherte, er habe ihm etwas Wichti⸗ ges mitzutheilen gehabt, und werde wiederkommen, ſo⸗ bald es ihm einfalle.

Inzwiſchen hatte Hermann mit Hülfe ſeines Reiſeſtocks den Brief ziemlich beſtäubt unter dem Schrank hervorge⸗ 4