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Nun ſaß er beſchwichtigend mit dem gefährlichen Men⸗ ſchen und ſchenkte ihm Wein und Worte ſo fleißig ein, daß in Steinbach's ödem Kopfe auf den Tanzſchwindel bald ein Burgunderſchwindel folgte. Doch blieb demſelben noch Beſinnung genug, ſich des erbeuteten Briefes zu erinnern, den er in allen Taſchen ſuchte.
Sapperment lachte Kerſting, ich habe den verfluchten Hund ſich mit zerriſſenen Papieren umherſchleppen ſehen, eben als ich den Wein holte. Gewiß habt Ihr den Brief verloren und der Spitz hat ihn verarbeitet. Ei nun,— ſo braucht Ihr's nicht, Steinbach! Einer hat ihn doch. Drum beruhigt Euch! Der junge Mann wird die Ohren an den Kopf drücken und über den confiscirten Brief ſein Maul halten. Wir wollen's denn auch, und— ſo wär' der Handel ausgeglichen!— An wen war denn der Brief? Oder habt Ihr ihn auf Gerathewohl—?
An dieſen verdächtigen Kapellmeiſter Reichardt, fuhr Steinbach ſich vergeſſend fort. Den haben wir ohnehin auf dem Korn: er hat preußiſche Verbindungen, und iſt ein Franzoſenhaſſer. Den Teucker auch! Wer weiß, hin⸗ ter was wir durch den Brief gekommen wären. Und wie hätt' ich mich pouſſirt durch ſolchen Fund! Oder hätte allerwenigſtens einen ſchönen Antheil an den Strafgel⸗ dern. Der Brief war verſiegelt! Daß dich, daß dich! Der verfluchte Köter! Wo war der Hund, Kerſting, mit den Papieren? Vielleicht läßt ſich aus den Fetzen noch etwas— Die Hunde geben manchmal eine Beute auf, wenn's kein Knochen iſt..
Ja wohl! Drum gebt den Fang auf, Steinbach, und bleibt ſitzen! Ich bin eben dran, Euch einen burgundi⸗
Koenig, Jeroͤme'’s Carneval. I. 2


