Teil eines Werkes 
Bd. 2König Jerôme's Carneval : geschichtlicher Roman ; in drei Theilen : Th. 1 (1855)
Entstehung
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ſchoben, und er ſchien jetzt nicht ohne Verlegenheit dem 4 Wirthe zu danken.

Danken Sie es Ihrem Glücke, ſagte Kerſting, daß es gerade dieſer Spitzbube war, der noch mit Spaß und Wein zu bewältigen iſt, und laſſen Sie ſich den Fall zur Warnung dienen. Wie konnten Sie nur mit ſolchem Brief ſo unachtſam umgehen?

Wie leicht vergißt man eine ſo ungewohnte Vorſicht! antwortete Hermann erröthend. Es kommt Einem auch gleich ſo vielerlei vor, und macht Einen zerſtreut. Ich ſehe wohl, ich werde ganz neue weſtfäliſche Studien ma⸗ chen müſſen.

Sie ſind, wie ich ſehe, an den Kapellmeiſter Reichardt

4 empfohlen? 3 Mit dieſen Worten nahm Kerſting die Einleitung zur vertraulichen Mittheilung der bedenklichen Aeußerungen d Steinbach's, indem er Hermann bat, ſeinen Landsmann davon in Kenntniß zu ſetzen. Ich weiß ſchon, er gilt für einen Mann, der den Mund gern frei ſpazieren läßt, 2* ſagte er. Wir kennen uns nicht ſo, daß ich ihm ſelbſt einen Wink geben dürfte. Er iſt ein Altpreuße, ich bin 1 ein Altheſſe; aber von Caſſel bis Königsberg leiden wir

4 ja unter demſelben fremden Druck und an dem gleichen vaterländiſchen Haſſe. So ſind wir Landsleute. Und die 5 Rechtſchaffenen müſſen einander ebenſo heimlich beiſtehen, 4 als die Schurken verſtohlen gegen ſie verbunden ſind.

Sie ſehen mich verwundert an? Die Adreſſe des Briefes,

A der Sie empfehlen ſoll, gibt mir Ihre Farbe. Das Ver⸗ 6 trauen knüpft in Zeiten gemeinſamer Noth viel raſcher

5 aneinander.

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