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Menſch, oder aber war ſie von einer unüberwind⸗ lichen Liebe zu ihm ergriffen?
Nichts von alledem; nur war, wie wir eben ge⸗ ſagt, die Marquiſe achtundzwanzig, und es grauſete ihr bei dem Gedanken, daß ſie in nicht langer Zeit dreißig ſein würde, ohne Jemand geliebt zu haben. Maximilian war daher keineswegs der Gegenſtand irgend welchen Vorzugs, ſondern hatte einzig und allein die Beſtimmung, eine Vergeſſenheit des Her⸗ zens möglichſt ſchnell wieder gut zu machen. Es hatte Diana ſich in ihrer Umgebung umgeſchaut, um zu ſehen, ob ſich nicht in derſelben Jemand fände, von dem ſie ſich ohne allzu große Furcht, ohne allzu großen Skandal, ohne allzu große Veränderung in ihrer Lebensweiſe den Hof machen laſſen könnte, und da war ihr dann unter allen ihren Hofmachern der Baron als derjenige erſchienen, der die gewünſchten Eigenſchaften am Vollkommenſten in ſich vereinigte. Es war derſelbe noch jung; ſie durfte mithin auch glauben, daß er noch einige Illuſionen habe und ſie liebe, wie man in einem Alter von zwanzig Jahren liebt; ferner war ſie ſelbſt ſchön und hatte von Ne⸗ benbuhlerſchaften kaum wohl Etwas zu fürchten; und endlich war der junge Baron von einem Vater und einer Mutter überwacht, denen er wie ein kleines Kind gehorchte.
Alle dieſe Gründe ſagten ihr, daß ſie ihre Frei⸗ heit nicht mehr, denn nöthig ſei, bloßſtelle. Es konnte. dieſe Liebe eine ziemlich angenehme Beſchäftigung ſein, und anders ſah die Marquiſe die Sache auch gar nicht an.
Wie dem nun auch ſein mag, ſo viel ſteht feſt,


