16
daß Marimilian, der Frau von Lys oft in Geſell⸗ te
ſchaft geſehen, derſelben den Hof gemacht hatte mit ei
jener Schüchternheit, welche ſo viele Frauen beſticht. ih
Es hatte geſchienen, als hörte ſie ihn lachend an. ol
Er aber hatte darum den Muth nicht verloren. N
Dann war auf das Lachen ein ermuthigendes Schwei⸗ tu
gen gefolgt, auf die Gleichgültigkeit halbe Blicke, auf E
die halben Blicke halbe Vertraulichkeiten, und endlich ſo
hatte die Marquiſe dem jungen Manne zu verſtehen V
gegeben, daß ſie ſchriftlich Alles annehmen würde, ſo
was er ihr nicht zu ſagen wagte, und was ſie nicht w
anhören durfte. ri
Was Frau Delaunay betrifft, ſo war ſie we⸗ V
der reich, noch Marquiſe, ſondern, wie von uns vi
4 ſchon geſagt worden, einfach von ihrem Gatten ge⸗ je
6 liebt und in denſelben verliebt. Sie hatte dieſem N
im Vertrauen von der myſteriöſen Correſpondenz ge⸗ de
ſagt, und hatte derſelbe ſich anfänglich auch der m Sache widerſetzen wollen, ſo hatte er doch endlich
ſeine Zuſtimmung dazu gegeben, Dank jener Ge⸗ ar
wohnheit, zufolge welcher ihm eben Alles recht war,. w
was ſeine Frau wollte. an
„Die Briefſtellerin iſt eine gute Freundin von kor
mir,“ hatte Marcelline, von Diana ſprechend, zu no
ihrem Manne geſagt;„ſie iſt unbeſonnen, und neh⸗ au
men wir ihre Briefe nicht an, ſo wird ſie ſie von me
Jemand anders annehmen laſſen, der ſie dann aber ſch compromittiren wird. Im Uebrigen ſind es ja nur
Briefe, und die ſind nicht ſo gefährlich.“ no
Hier müſſen wir uns eine Bemerkung erlauben, ſei
die Bemerkung, daß man nicht ſelten ſieht, wie eine ſei
Frau, die nicht im Stande iſt, ihren Gatten zu hin⸗ ge


