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Diana von Lys : Roman / von Alexander Dumas dem Jüngeren. Deutsch von Chr. Fr. Grieb
Entstehung
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tergehen, ganz einfach darum, weil ſie ihn liebt, einer Freundin den ihrigen hintergehen hilft und ihre Freude findet an Gefahren, die für ſie ſelbſt ohne Gefahr ſind. Dieſe Geſinnung iſt es, die aus Müttern und Schweſtern, mögen dieſe oft noch ſo tugendhaft ſein, ſo gefällige Vermittlerinnen macht. Es iſt aber auch der Erſatz vorhanden, daß die Per⸗ ſon, welche die Vertraute der Freuden, ebenfalls die Vertraute der Traurigkeit und des Kummers iſt, die ſolcherlei Liebſchaften hervorrufen, ſowie daß ſie, wenn ſie in ihrem Gewiſſen dieſe Freuden und Trau⸗ rigkeiten ſorgfältig gegen einander abwägt, bei dem Vergleiche ſich noch glücklicher findet. Und dann iſt vielleicht auch, wer weiß? der Erſatz der Tugend, jenes Schatzes, der etwas ſchwer zu tragen iſt, die Nichttugend des Andern. Selbſt die heiligſten Lei⸗ denſchaften haben ihren Egoismus und ihren Hoch⸗ muth.

Wir brauchen nicht erſt zu ſagen, daß Maximilian auf die Antwort der Marquiſe mit höchſter Ungeduld

wartete; daher ſchlief er auch nur wenig und wachte

am andern Tage, nachdem Diana ſeinen Brief be⸗ kommen, und wo er ſelbſt aller Wahrſcheinlichkeit nach einen bekommen mußte, ſchon in aller Frühe auf. Raſch ſtand er auf, ließ ein Pferd ſatteln und machte einen Spazierritt, um ſeine Ungeduld einzu⸗ ſchläfern.

Maximilian war erſt zwanzig. Im Ganzen ge⸗ nommen war er ein recht artiges Barönchen mit ſeinen ſchwarzen Haaren, ſeinen feurigen Augen und ſeinen weißen Zähnen; und ferner war er gut erzo⸗ gen, ſanft, und gut gekleidet; ſtützte er an Empfang⸗

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Dumas d. J., Diana von Lys.