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ten ſolchen Schutz entlehnen? In dieſer verkünſtelten Welt iſt Alles verkehrt, oder beſſer geſagt: meine Leidenſchaft für ſie verſchob hier die natürlichen Ver⸗ hältniſee.— Dem Fürſten Enrichemont hätte die Herzogin keinen Dienſt erwieſen, wenn ſie ihn zum Tanz aufgefordert hätte. Er durfte auf dies Glück Anſpruch machen.— Ich dagegen— hatte keine, meine Liebe zu ihr iſt lächerlich. Dieſer Ge⸗ danke war mir bitterer als der Tod, aber er ver⸗ folgte mich ſo unabläſſig, daß ich nun begann, die Herzogin eben ſo ängſtlich zu vermeiden, als ich ſie früher eifrig aufgeſucht hatte; doch hatte ich nie Kraft mich gänzlich von ihr zu trennen, und das Haus, wie es wohl Pflicht geweſen wäre, ganz zu verlaſſen, um meinem Beruf ernſthaft zu folgen. Die Herzogin ſuchte dagegen mich dem Trübſinn zu entreißen, in welchen ſie mich verſunken ſah; ſie ſprach öfters mit mir, ſie blieb oft des Abends zu Hauſe, und ihre Gegenwart milderte nach und nach die Bitterkeit mei⸗ ner Gefühle.
Einige Tage nach dem Balle bei dem engliſchen Geſandten, kam die Rede auf die Feſte im Allgemei⸗ nen. Man ſprach von Allen, und man führte die prachtvollſten und heiterſten an. Heiter! rief die Herzogin aus, ich habe auch nicht einem einzigen wirklich heiter beigewohnt; im Gegentheil, immer iſt es mir aufgefallen, daß ich da nichts als recht trüb⸗ ſinnige Leute fand, welche das Anſehen hatten, als wollten ſie irgend einem großen Kummer entfliehen.
Ei, wer hätte vermuthen ſollen, daß die Herzogin
von Nevers eine ſolche Bemerkung machen könnte, ſagte der Herzog von C. Wenn man ſo jung, ſo


