326 Kränkung, das Schreckliche, Zeugen, und noch überdieß ſolche Zeugen zu haben; das Schreckliche des Bewußt⸗ ſeyns, daß die ſtarkgeiſtige Dame und ihre rothnaſigen
Töoͤchter in dieſer Stunde ihres Falles triumphirten, das
war zu viel, um es ertragen zu können. Miß Pecksniff war in allem Ernſte in Ohnmacht gefallen.
Welche Töne ſind es, die ſo großartig in das Ohr ſchallen? Welch ein dunkelndes Zimmer iſt dieſes? Und jene milde Geſtalt, an einer Orgel ſitzend, wer iſt ſie? Ah, Tom, theurer Tom, alter Freund!
Dein Haupt iſt frühzeitig grau geworden, eine ſchöne Zeit liegt zwiſchen Dir und unſrer alten Bekanntſchaft, Tom. Aber in dieſen Tönen, mit welchen Du dem Zwielichte Geſellſchaft zu leiſten pflegſt, ſpricht ſich die Muſik Deines Herzens aus, erzählt ſich die Geſchichte Deines Lebens.
Dein Leben iſt ruhig, ſtill und glücklich, Tom. In den ſanften Weiſen, welche ſich wieder und wieder nach Deinem Ohre hinſtehlen, findet vielleicht das Andenken an Deine alte Liebe eine Stimme. Es iſt eine angenehme, eine ſanfte, eine flüſternde Erinnerung, gleich der, mit welcher wir hin und wieder der Dahingeſchiedenen gedenken, die, Gott ſey Dank, Dich nicht ſchmerzt und Dich nicht grämt!.
Berühre die Taſten leicht, Tom, ſo leicht als Du willſt, aber nie wird Deine Hand auf dieſem Inſtrumente auch nur halb ſo leicht auffallen, wie auf dem Haupte Deines alten, tief, ſehr tief geſunkenen Tyrannen. Aber nie wird es Dir auch auf Deine Berührung eine ſo hohle Antwort geben, als die iſt, welche von ihm kommt.
Denn ein betrunkener, bettelnder Winkelſchreiber, Pecksniff genannt, umſpuckt Dich, Tom, mit einer kei⸗ fenden Tochter; und wenn er Deine Kaſſe in Anſpruch nimmt, erinnert er Dich, daß er Dein Glück beſſer ge⸗
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