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baut habe, als ſein eigenes. Und wenn er denn das, was Du ihm gegeben, im Bierhauſe vergeudet, erzählt er ſeiner ſchmutzigen Geſellſchaft die Geſchichte Deines Un⸗ danks und ſeiner Freigebigkeit gegen Dich in früherer Zeit. Dabei zeigt er einen durchlöcherten Ellenbogen, legt ſeine Schuhe ohne Sohlen auf eine Bank und bittet ſeine Zu⸗ hörer, ſich ſelbſt zu überzeugen, während Du gemächlich gekleidet ſeyeſt und wohneſt. Das Alles weißt Du, und das Alles trägſt Du mit Nachſicht.
Mit einem Lächeln auf Deinem Antlitze gehſt Du allmählig in eine andere Melodie über, in eine ſchnellere und freudigere. Kleine Füße pflegen bei dieſer Melodie um Dich zu tanzen und helle junge Augen blicken glän⸗ zend zu den Deinigen auf. Und da iſt ein einziges klei⸗ nes Geſchöpf, Tom— ihr Kind, nicht das Ruth's— welchen Deine Augen bei dem ſpielenden Tanze folgen. Wer iſt bisweilen verwundert, Dich ſo gedankenvoll zu ſehen, und wer klettert auf Dein Knie, um ſeine kleine Wange an die Deinige zu ſchmiegen? Wer liebt Dich, Tom, mehr als Alle, wenn dieſes möglich iſt? Wer wollte, als ſie einmal krank war, von niemand anderm, als von Dir gepflegt ſeyn, nie eine Ungeduld, wenn Du, Tom, an ihrer Seite warſt?
Du gehſt nun in eine ernſtere Weiſe über, in eine Weiſe, welche alten Freunden und der vergangenen Zeit geweiht iſt. In der zögernden Berührung der Taſten, und in dem reichen Schwellen der edlen Harmonie erſtehen ſie alle vor Dir. Der Geiſt jenes todten alten Mannes, der eine Wonne darin fand, Deinen Wünſchen zuvorzu⸗ kommen, der nie aufhörte Dich zu ehren, befindet ſich unter den Uebrigen und wiederholt mit gefaßtem und heiterem Geſichte die Worte, die er, Dich ſegnend, au ſeinem Todenbette zu Dir ſprach! Und aus einem Garten,
„Tom, den Kinderhände mit Blumen beſtreuen, kommt Deine kleine Schweſter Ruth, um mit ſo leichtem Fuße, um mit ſo leichtem Herzen, wie in alten Tagen, an Deine Seite ſich zu ſetzen. Von der Gegenwart und von der
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