die Pracht ihres goldnen Geſieders an eine Dachſtube, Perlhühner wohnten in dem Keller, Eulen hatten von dem Schlafzimmer Platz genommen, und kleinere Vö⸗ gel jeder Gattung zwitſcherten und zirpten in der Bar⸗ bierſtube. Die Treppe war für die Kaninchen.
In Behältern aller Art und Formen, in alten Kiſten, Käſten, Commoden u. dgl. vermehrten ſich dieſe Vögel auf eine erſtaunlich ſchnelle Weiſe und trugen auch ihren Antheil zu dem complicirten Duft bei, der unpartheiiſch ohne Unterſchied des Standes, jede Naſe begrüßte, die in Sweedlepipe's Laden kam. Doch nah⸗ men viele Noſen ihren Weg dahin, beſonders Sonntags Morgens. Sogar Erzbiſchöffe raſiren ſich, oder laſſen ſich raſſiren, wenn es Sonntag iſt, und Samſtag Nachts nach 12 Uhr müſſen die Bärte zu wachſen anfangen,
wäre es auch nur auf dem Kinn gemeiner Tagwerker. Da nun dieſe nicht ſo viel haben, ihre Diener auf ein Vierteljahr einzuthun, ſo miethen ſie ſich Leute, welche dieſe Dienſte verrichten, und bezahlen ſie, o der Heil⸗ loſigkeit der Kupfermünzen, mit ſchmutzigen Pencen. Und Poll Sweedlepipe, der Sünder, raſirte Jeden, der da kam für 1 Pence, und ſchnitt ihm die Haare für 2 P., und da er ein einzelner, unverheiratheter Mann war, der einige Verbindung durch ſeine Vogelfamilien hatte, brachte ſich Poll ziemlich gut fort.
Er war ein kleiner, ältlicher Mann, mit einer feuchten, verrumpelten Rechten, von welcher nicht ein⸗ mal Vögel oder Kaninchen den Geruch der Seife zu entfernen vermochten. Poll hatte etwas vogelartiges in ſeiner Natur; zwar nichts von einem Falken oder einem
Adler, wohl aber von einem Sperlinge, welcher in die
Ecke des Schorſteins baut, und die Nähe der menſch⸗ lichen Geſellſchaft liebt. Er war nicht ſtreitſüchtig gleich dem Sperlinge, ſondern friedliebend wie die Taube. Sein Gang war pathetiſch und in dieſer Hin⸗ ſicht hatte er wieder eine kleine Aehnlichkeit mit der Taube, ſo wie auch eine gewiſſe Eintönigkeit in ſeiner
— O.


