238
„Krepp, ſchwarzer Krepp!“ rief der Kranke;— „Du lieber Gott! warum tragen ſie denn ihn außen?“
„Willſt Du denn haben, daß ſie den ſchwarzen Krepp im Leib tragen ſollen,“ verſetzte Frau Gamp;—„jetzt ſchweigt einmal! Haltet endlich Euer Maul!“
Inzwiſchen hatte das Feuer begonnen, eine ange⸗ nehme Wärme auszuſtrahlen, weßhalb Frau Gamp ver⸗ ſtummte, ihre Naſe allmälig langſamer und immer lang⸗ ſamer auf der obern Leiſte des obern Kamingitters rieb und in einen ſchwerfälligen Schlaf verfiel. Als ſie er⸗ wachte, däuchte es ihr, wie ſie ſich einbildete, als ob ein wohlbekannter Name durch's Zimmer dröhne,„Chuzz⸗ lewit!“
Der Laut war ſo beſtimmt und wirklich, und klang ganz ſo wie eine im Todeskampfe hervorgebrachte Bitte, daß Frau Gamp entſetzt emporſprang, und nach der Thüre eilte. Sie erwartete den Gang mit Leuten ge⸗ füllt zu ſehen, die ihr ſagen wollten, daß das beſagte Haus in der City in Feuer aufgegangen ſey. Allein die Hausflur war leer, keine Seele war hier zu erblicken, ſie öffnete das Fenſter und blickte hinaus. Ringsum war nichts zu erblicken, als düſtere, langweilige, ſchmutzige und öde Hausgiebel, und verräucherte Schornſteine. Sie kehrte wieder zu ihrem Lager zurück, ſie ſah nach dem Kranken: er war noch immer wie zuvor nur ſchweigend. Frau Gamp wurde es jetzt ſo warm, daß ſie ihren Wachtmantel ablegen und ſich Kühlung zufächeln mußte. „Mir war, als ob ſogar die Flaſchen davon wiederklän⸗ gen,“ rief ſie;—„wovon mag ich doch geträumt haben? Ich wette, es war dieſer verdammte Chuffey!“
Dieſe Vermuthung war wahrſcheinlich genug, allein auf jeden Fall erholte ſich Frau Gamp mittelſt einer Priſe Schnupftabak und an dem angenehmen Singſang des dampfenden Theekeſſels von beſagter Erſchütterung ihrer Nerven, die nichts weniger als ſchwach waren. Sie braute ſich ihren Thee, ſtrich ſich etliche Butterbrode,
.———
——————


