Teil eines Werkes 
7.-9. Th. (1844)
Entstehung
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ziemlich hoch war, daß ihre Naſe darauf aufruhte und ergötzte ſich eine Zeitlang in ihrer Schlaftrunkenheit da⸗ mit, daß dieſer Geſichtstheil auf der oberen Meſſingleiſte des Gitters lange hin⸗ und herrieb, ohne dabei ihre Lage zu verändern; in der ganzen Zwiſchenzeit hielt ſie natürlich einen fortlaufenden Comentar zu dem Irrereden des Mannes im Bette.

Jetzt ſind es ihrer fünfhundert und einundzwanzig Mann! rief der Kranke im Bette ängſtlich;ſie ſind alle ganz gleich gekleidet, und verzerren ihr Geſicht auf dieſelbe Weiſe zum Fenſter ſind ſie hereingekommen, durch die Thüre gehen ſie wieder hinaus! Seht nur, ſeht! Fünfhundert zweiundzwanzig dreiundzwanzig vierundzwanzig! ſeht Ihr ſie jetzt?

Ja, jal ich ſehe ſie, ſprach Frau Gamp,die ganze Sippſchaft iſt numerirt, wie die Miethkutſchen, nicht wahr?

Rühr' mich an! rief der Kranke,gieb mir Gewißheit davon! Rühr' mich an!

Ja, ja, brummte die Alte vor ſich hin,wenn ich erſt den Keſſel zum Sieden gebracht habe, dann be⸗ kommſt Du dieſe Arznei wieder und ſollſt auch angerührt werden, verlaß Dich darauf, wenn Du jetzt nicht bald das Maul hältſt, oder hernach die Arznei nicht ruhig nimmſt, ſo will ich Dich auf jene Weiſ⸗ anrühren, daß Dir Hören und Sehen vergeht.

Fünfhundert achtundzwanzig fünfhundert neun⸗ undzwanzig fünfhundertdreiſig! rief der Kranke weiter;da, blickt nur ſelber hin!

Was gibt's ſchon wieder? fragte Frau Gamp.

Jetzt kommen ſie vier Mann hoch, und jeder hat ſeinen Arm in den des Nachbars verſchlungen und legt die Hand auf ſeine Schulter, ſprach der Fiebernde; was iſt denn das, was jeder von ihnen auf dem Arme und auf der Flagge hat?

Vielleicht Spinnengewebe, verſetzte Frau Gamp.