Teil eines Werkes 
7.-9. Th. (1844)
Entstehung
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tern Tadels;macht doch in's Teufels Namen keinen ſolchen Lärm hier.

Dieſe Ermahnung erzweckte jedoch keine Aenderung in dem Geſicht oder in der unaufhörlichen Regſamkeit des Kopfes des Patienten, ſondern erplauderte noch im⸗ mer verwirrt weiter.

Ach! ſprach Frau Gamp und arbeitete ſich mit unbehaglichem Schauder aus ihrem Stuhle empor; mir war ſchon im Voraus, als ſchliefe ich zu gut, um lange ſchlafen zu dürfen! Ich fürchte faſt, heute Nacht i*ſt der Teufel los, ſo entſetzlich kalt und froſtig iſt's ge⸗ worden!

Trinkt, trinket nicht ſo viel! rief der Kranke; Ihr werdet uns Alle in's Verderben ſtürzen, ſeht Ihr denn nicht, wie der Brunnen ſchon abnimmt, blickt nur auf die Grenze, wo das funkelnde Waſſer noch ſo eben und.

Ja wahrlich, es hat ſich was von Waſſer zu fun⸗ keln! rief Frau Gamp lachend,ich dächte, ich will mir jetzt ein Täſſchen funkelnden Thee bereiten! Ich wollte nur, Du hielteſt jetzt Dein Maul mit dem ewigen Lär⸗ men!

Er brach in ein Gelächter aus, das, als es lange angedauert hatte, am Ende ſich in ein unheimliches Winſeln umſtimmte. Plötzlich hielt er indeß mit wildem Unmuthe inne und begann laut und raſch zu zählen:

Eins zwei drei vier fünf ſechs...

Eins zwei der Schuh iſt entzwei! rief Frau Gamp, die nun auf den Knieen lag, um das Feuer an⸗ zuzünden;drei vier ſchließ mir die Thür! Ich wollte, Dir wäre Dein Maul geſtopft, junger Burſche! Fünf ſechs ruf mir die Hex! Ja, wenn ich nur hexen könnte, ſo ſollte mein Keſſel bald im Sieden ſeyn.

In Erwartung dieſes wünſchenswerthen Zweckes ſetzte ſie ſich einſtweilen ſo nahe zum Kamingitter, das

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