Teil eines Werkes 
7.-9. Th. (1844)
Entstehung
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Kingsgade⸗Street, äußerte ſie;eine gute Freundin von Frau Prig, der andern Krankenwärterin, die den Tag über hier und das wackerſte von unſern Herrgotts Geſchöpfen iſt. Wie geht es denn dem lieben armen Herrn heute Abend. Sollte er bis jetzt doch noch nicht beſſer ſeyn, ſo iſt das doch eine Sache, auf die man ge⸗ rüſtet und vorbereitet ſeyn mußte.'s iſt wahrhaftig gar nicht zu zählen, Madame, ſetzte ſie mit einer Verbeugung gegen die Wirthin hinzu,wie oft ich ſchon wechſelsweiſe mit Frau Prig Kranfke verpflegt habe, die Eine bei Tag, die Andere bei Nacht und umgekehrt; wir kennen gegen⸗ ſeitig unſere Behandlungsweiſe und verſchaffen manchem Patienten Erleichterung, wenn alles Andere fehl ſchlägt. Unſer Gehalt iſt ganz gering, Sir! wandte ſich Frau Gamp an John ſelbſt,zumal wenn man die Natur unſrer mühevollen Obliegenheit in Erwägung zieht, wenn's unſere Verhältniſſe ertrügen, daß wir ganz ſo handeln könnten, wie wir es wünſchten, ſo wären wir leicht bezahlt.

Frau Gamp mochte nun der Anſicht ſeyn, in dem Geſagten eine höchſt treffliche Inaugurationsrede ent⸗ wickelt zu haben, weßhalb ſe denn gegen jeden der An⸗ weſenden ſich beſonders verbeugte und ſodann den Wunſch laut werden ließ, nach dem Schauplatz ihrer Berufs⸗ thätigkeit geführt zu werden. Die Stubenmagd führte ſie durch eine Mannigfaltigkeit der verwickeltſten Gänge und Paſſagen nach dem Giebel des Hauſes, deutete end⸗ lich auf eine einſame Thür am äußerſten Ende eines Ganges, und belehrte ſie, daß ſie dort ihren Patienten finden werde; ſobald dies geſchehen war, eilte ſie wieder ſo raſch wie möglich von dannen.

Frau Gamp durchmaß den Gang ſehr eilfertig, denn das Nachſchleppen ihres großen Buündels über ſo viele Treppen hatte ſie ziemlich erhitzt, und pochte an die Thüre, welche alsbald von Frau Prig eröffnet wurde, die in Hut und Halstuch ungeduldig des Moments war⸗