Teil eines Werkes 
7.-9. Th. (1844)
Entstehung
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gung)Frau Mould, ſagte ich,iſt eine von den⸗ jenigen Frauen, bei denen das Sprichwort gar nicht Recht hat; und das dürfen Sie mir glauben, Frau Har⸗ ris, das will ich behaupten und nicht davon abweichen, ſo lange ich nur noch ein Bißchen athmen kann. Ich bitte um Verzeihung, Madame, ſagte Frau Har⸗ ris,ich will gern zugeben, daß Sie Recht haben, denn wenn es je eine Frau geben könnte, die ihre Mit⸗ geſchöpfe mit der ſchweren Noth befallen ſehen könnte, um ihren Freunden damit zu dienen, ſo wüßte ich wohl, daß dieſes Frauenzimmer Sarah Gamp hieße!

Bei dieſer glänzenden Tirade mußte ſie es indeß bewenden laſſen, weil ihr der Athem ausgegangen war, und wir wollen uns daher dieſen Umſtand zu Nutze ma⸗ chen, um unſere Leſer davon in Kenneaiß zu ſetzen, daß über der Eriſtenz der beſagten Dame Harris ein fürch⸗ terliches, miſteribſes Dunkel lag, da Niemand aus dem engeren Freundeskreiſe der Frau Gamp ſie jemals ge⸗ ſehen hatte, noch auch ein menſchliches Weſen im Stande war, ihren Wohnort anzugeben, wenn gleich Frau Gamp ſich den Anſchein gab, als ſtehe ſie in ununterbrochenem Umgang mit ihr. Ueber dieſen Gegenſtand waren die widerſprechendſten Gerüchte im Umlauf, obwohl die vor⸗ herrſchende Meinung dahin lief, daß beſagte Dame nur ein Hirngeſpinnſt von Frau Gamp's Phantaſie ſey (den ſiktionären Herren Hans oder Kunz mit der Ju⸗ riſtenſprache zu vergleichen) das ſie ſich ausdrücklich in der Abſicht geſchaffen habe, um viſionäre Geſpräche über alle Arten von Gegenſtänden mit ihr zu halten und jedes derſelben unabänderlich mit einer Anſpielung auf die Vorzüge ihres eigenen Charakters zu ſchließen.

Und was iſt das nur für ein Vergnügen! fuhr Frau Gamp fort, indem ſie ſich mit einem wehmüthigen Lächeln an die beiden Töchter wandte;was iſt nur Das für ein Vergnügen, dieſe beiden jungen Damen hier zu ſehen, die ich ſchon gekannt habe, bevor ſie noch ein Zähnchen in ihren hübſchen Mündchen hatten, und denen

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