Teil eines Werkes 
7.-9. Th. (1844)
Entstehung
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Old⸗Bailey mit Schimpf und Schande bedecken würde wenn Sie das mit Ihren Fragen meinen, dann ant⸗ worte ich Ihnen unumwunden mit Nein.

Ei! rief Martin und traf ſo genau den Ton, in welchem ſein Freund das Wort Nein ausgeſprochen hatte, daß es faſt wie ein Echo klang.

Wenn Sie mich fragen, fuhr ſein Gefährte fort, ob ich bei der Rückkunft von meinen Reiſen mit einem Zuſtand der Dinge mehr befriedigt war, der die menſchliche Geſellſchaft in zwei Klaſſen aus einander reißt, von denen die eine größere Hälfte eine trügeriſche ungeſetzliche Unabhängigkeit in Anſpruch nimmt und doch um ihrer ärmlichen Exiſtenz willen elendiglich nur von völliger Mißachtung und Verhöhnung aller veredelnden Conventionen im geſelligen Verkehre abhängt, ſo daß je ungeſchlachter und gröber ein Mann iſt, er deſto ent⸗ ſchiedeneren Anſpruch auf Geſchmack hat; während die andere Hälfte der Geſellſchaft voll Abſcheu über die ge⸗ meine Standarte, welche die andere Hälfte gegen ſie erhoben und allem möglichen angepaßt hat, ihre Zuflucht zu allen Annehmlichkeiten und Verſchönerungen nimmt, die nur das Privatleben immer zu verleihen vermag, und die Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten lediglich demjenigen Stern überläßt, der ſich im Ge⸗ dränge und Aufruhr einer ſo allgemeinen Gährung ſei⸗ ner erbarmen mag dann antworte ich abermals: nein.

Martin ließ abermals in demſelben ſeltſamen Tone wie zuvor ſeinei, ei! vernehmen, denn er fühlte ſich verwirrt und einigermaßen beengt, und zwar, um die Wahrheit zu geſtehen, nicht ſowohl um der öffentlichen Zuſtände dieſes Landes willen, als vielmehr wegen des raſchen Untergangs, den ſeine ſchnell erbleichenden Aus⸗ ſichten auf künftigen Verdienſt als Architekt gefunden.

Mit einem Worte, fuhr der Andere fort,ich kann mich nicht überzeugen und nicht glauben, und werde es deßhalb auch nicht zugeben, daß wir ein Muſter von

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