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„Und da wir eben von Geſchäften ſprechen,“ hub Martin an,—„darf ich Sie nun fragen, um auch meinerſeits nicht mit Erkundigungen hinter dem Berge zu halten, ob Geſchäfte Sie an dieſe Stadt feſſeln, oder ob Sie, wie ich, nur zum Vergnügen und zum Beſuche hier ſind?“
„Nur das Letztere iſt bei mir der Fall!“ erwiederte ſein Freund;„ich bin im Staate Maſaachuſetts erzogen worden und wohne noch dort. Ich bin in einem ſtillen Landſtädtchen anſäßig und beſuche nur ſelten dieſe Han⸗ delsplätze, denn meine Neigung, ſie zu beſuchen, mehrt ſich nicht in demſelben Grade, als ich ſie näher kennen lerne, das dürfen Sie mir glauben.“
„Sie ſind wohl auch im Auslande geweſen?“ fragte Martin.
„Allerdings, Sir,“ war die Antwort.
„Und da haben Sie wohl,“ fuhr Martin fort, in⸗ dem er ihn ſcharf und neugierig in's Auge faßte,— „wie die meiſten Leute, welche Reiſen machen, dadurch nur deſto mehr Anhänglichkeit und Vorliebe für Ihre Heimath und Ihr Vaterland gewonnen?“
„Zu meiner Heimath— allerdings,“ verſetzte ſein Freund,—„zu meinem Vaterlande, ſoferne es meine Heimath iſt— auch dazu kann ich ja ſagen.“
„Mir däucht, Sie beabſichtigen immer noch einen Rückhalt zu machen,“ ſagte Martin.
„Nun ja,“ verſetzte ſein neuer Freund,„wenn Sie mich fragen, ob ich mit deſto größerer Nachſicht für die Fehler meines Vaterlandes, und mit deſto innigerem Vergnügen an Ihnen zurückgekommen ſey, ob ich die⸗ jenigen deſto mehr liebe, die gegen eine Vergütung von ſo und ſo viel Dollars täglich ſeine Freunde zu ſeyn behaupten— ob ich mit kühlerem Gleichmuthe der Zu⸗ name von Grundſätzen in Beziehung auf öffentliche An⸗ gelegenheiten und ſocialen Verkehr unter uns zuſehe, welche zu vertheidigen außerhalb der faulen Atmosphäre
eines Criminalprozeſſes ſelbſt ihre alten Advokaten von


