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tem Geſichte anweſend geweſen, der namentlich dadurch Martin's Aufmerkſamkeit auf ſich gezogen hatte, daß in ſeinen Geſichtszügen etwas äußerſt Einladendes und un⸗ verkennbar Rechtſchaffenes lag. Keiner ſeiner Nachbarn hatte ihm über dieſen Mann Auskunft zu geben vermocht und alle ſchienen auf ihn hernieder zu blicken, als ver⸗ diene er nicht im Mindeſten ihre Beachtung. Der fremde Herr hatte weder an der Unterhaltung um den Ofen her Antheil genommen, noch auch ſich mit den Uebrigen entfernt. Da er nun Martin zum dritten⸗ oder vierten⸗ mal ſeufzen hörte, unterbrach er ihn durch irgend eine gleichgültige Bemerkung, mittelſt deren er gleichſam den Wunſch an den Tag legen wollte, eine freundliche Unter⸗ haltung mit ihm anzuknüpfen, ohne ſich ihm ſelbſt auf unbeſcheidne Weiſe aufzudringen. Seine Motive gaben ſich ſo augenſcheinlich und mit ſolchem Zartgefühle kund, daß ihm Martin recht eigentlich Dank wußte und dies auch durch die Art an den Tag legte, womit er ihm darauf erwiderte.
„Ich will Sie nicht fragen, wie Ihnen mein Va⸗ terland gefällt, denn ich kann mir ſchon zum Voraus denken, von welcher Art Ihre wahren Gefühle über dieſen Punkt ſeyn müſſen,“ ſagte der Herr lächelnd, indem er aufſtand und auf Martin zutraͤt;—„da ich jedoch ein Amerikaner bin und deshalb auch die Pflicht habe, mit einer Frage zu beginnen, will ich Sie nur fragen, wie Ihnen der Oberſt gefällt?“
„Sie ſprechen mich auf ſo freimüthige Weiſe an,“ verſetzte Martin,„daß ich gar kein Bedenken trage, Ihnen zu geſtehen, wie ſehr ich dieſem Menſchen abge⸗ neigt bin. Indeſſen muß ich freilich noch hinzufügen, daß ich ihm ſchon durch die Gefälligkeit zu Dank verpflichtet bin, womit er mich hieher brachte und mich unter ſehr billigen Bedingungen für die Dauer meines Anfenthalts hier unterzubringen wußte,“ fügte er hinzu, als ihm plötzlich einſiel, daß ihm der Oberſt vor ſeinem Scheiden in dieſer Beziehung Einiges zugeflüſtert hatte.
„Ihre Verpflichtung gegen ihn iſt keineswegs von


