Teil eines Werkes 
4.-6. Th. (1844)
Entstehung
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25² als ob er etwas Anderes leſen ſollte, als was nicht kauf⸗ männiſche oder politiſche Intereſſen behandelte, und in keiner Zeitſchrift enthalten war, ohnmächtig werden zu wollen ſchien, that jetzt die Frage: ob nicht einige der Herren Etwas zu trinken beabſichtigen. Die Mehrzahl der Ge⸗ ſellſchaft ſah hierin einen höchſt klugen und zeitgemäßen Gedanken, und ſtahl ſich deßhalb einzeln und nacheinan⸗ der nach einer Schenke im nächſten Häuſerquadrate fort.

Von hier aus begaben ſie ſich wahrſcheinlich nach ihren Magazinen und Geſchäftslokalen, und von dort wiederum zu ihrer Schenke, um abermals von Dollars zu reden und ihren Geiſt mit dem herkömmlichen Salbadern der Wirthshausſchreier zu bereichern, und kehrten von hier aus vermuthlich in den Buſen ihrer eigenen Familie zurück, um ſich hier durch geſundes Schnarchen auf die fernere Fortſetzung dieſer Lebensweiſe vorzubereiten.

Das wird wohl, ſagte Martin, als er ſich wieder allein befand, und ſeinem eigenen Gedankenzuge freien Spielraum ließ,das wird wohl allem Anſchein nach die hauptſächlichſte Erholung ſeyn, die ſie ſich insgemein gönnen!

Mit dieſen Worten verftel er auf's Neue in tiefes Nachdenken über Dollars, Demagogen und Schenkſtuben, und ging innerlich mit ſich ſelbſt zu Rathe, ob geſchäf⸗ tige Leute dieſer Art in der That auch wirklich ſo ge⸗ ſchäftig ſeyen, als ſie zu ſeyn vorgaben, oder ob ihnen nur ein totales Ungeſchick oder Unkenntniß für geſelliges und häusliches Vergnügen eigen ſey.

Dieſe Frage war ſehr ſchwer zu löſen und ſchon die Thatſache, daß ſie durch Alles, was er geſehen und ge⸗ hört hatte, ſeinem Geiſt beſtändig vorſchweben mußte, war nichts weniger als ermuthigend. Er ließ ſich an dem öden Speiſetiſche nieder und ſein Muth ſank immer mehr, bis der Gedanke an alle die ungewiſſen und ſchwie⸗ rigen Verhältniſſe ſeiner gegenwärtigen unſicheren Lage ihm ſchwere Seufzer abnöthigte.

Am Speiſetiſche war nun ebenfalls ein Mann von

mittleren Jahren mit dunklem Auge und ſonnverbrann⸗