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„Wo iſt es?“ rief Martin athemlos einem Neger zu, den er auf dem Hausflur traf.—
„Im Speiszimmer, Sar!“ verſetzte der Schwarze; „Oberſt ſagen, er einen Sitz aufgehoben haben für Sar, neben ſich.“
„Einen Sitz?“ ſagte Martin mit unwillkürlichem Erſtaunen.
„Ja, Sar! wegen Eſſen,“ gab der Schwarze zur Antwort. Martin ſtierte ihm einen Augenblick in's Ge⸗ ſicht, und brach dann in ein herzliches Gelächter aus, in welches der Neger aus natürlicher Gutmüthigkeit und dem Fremden zu Liebe ſo herzlich einſtimmte, daß ſeine Zähne wie ein Lichtſtrahl glänzten.
„Du biſt der unterhaltendſte Burſche, den ich je ge⸗ ſehen habe!“ rief Martin, und klopfte ihm auf den Rü⸗ cken;—„Dein Witz macht mir einen beſſern Appetit, als der bittere Schnaps.“
Mit dieſen Worten betrat er das Speiſezimmer und ſetzte ſich auf einen Stuhl neben dem Oberſt, welchen dieſer Herr, der inzwiſchen bereits beinahe mit ſeiner Mahlzeit fertig geworden war, um ſeinetwillen zurück⸗ behalten, indem er die Lehne deſſelben gegen den Tiſch gekehrt hatte..
Die Geſellſchaft war ſehr zahlreich, vielleicht ihrer achtzehn bis zwanzig Köpfe, unter welchen ſich auch fünf bis ſechs Damen befanden, welche ſich unter einander zu einer kleinen Phalanx zuſammengeſchaart und bei Seite geſetzt hatten. Alle Meſſer und Gabeln waren mit einer wahrhaft beunruhigenden Haſt thätig; von einem Tiſch⸗ geſpräch war ſo gut wie gar nicht die Rede, und Jeder⸗ mann ſchien zu ſeiner Selbſtvertheidigung ſo viel wie mög⸗ lich zu eſſen, als ob noch vor dem kommenden Frühſtück eine Hungersnoth zu erwarten ſtehe und es hohe Zeit ge⸗ worden ſey, das erſte aller Naturgeſetze in ſeine Würde einzuſetzen. Das Geflügel, das man vielleicht für den Hauptbeſtandtheil des Mahles hätte halten können— es befand ſich nämlich ein Truthahn am obern Ende, ein Paar Enten am untern Ende des Tiſches, und ein Paar


