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an, als könne er nicht mit ſich ins Klare kommen, ob es ein Miethwagen oder ein Tempel ſey; ſobald er je⸗ doch im Geiſte hierüber mit ſich einig geworden war, nahm er ſeinen Platz wieder ein, ſtützte die Hände auf die Kniee und lächelte ſeinen drei Gefährtinnen zu. Seine Töchter jedoch, welche nicht dieſelbe merkwür⸗ dige Gemüthsruhe beſaßen, brachen in einen Strom von zornigen mißbilligenden Worten aus. Das komme daher, meinten ſie, wenn man ſich zu ſolchen Kreaturen, wie die Pinchs, erniedrige, wenn man ſich mit ihnen gemein mache. Dies komme davon her, wenn man ſich ſoweit demüthige, daß es den Anſchein habe, als kenne man ſo freche, kecke, verſchmitzte, abſcheuliche Dirnen wie dieſe. Sie hätten ſich darauf ſchon im Voraus gefaßt gemacht und es, wie Frau Todgers bezeugen könne, ſchon am frühen Morgen gegen dieſe ahnungsvoll geäußert. Sie fügten noch hinzu, daß der Eigenthümer des Hauſes, der ſie wahrſcheinlich für Freundinnen der Miß Pinch ge⸗ halten, ihres Bedünkens ganz in ſeinem Recht geweſen und nicht mehr gethan habe, als unter ſolchen Umſtänden vernünftigerweiſe von ihm zu erwarten geweſen wäre. Später äußerten ſie jedoch, was freilich nicht zu ihrem erſten Urtheil paßte und eine unbedeutende Inconſequenz bedingte, ſich dahin, jener Hausbeſitzer ſey ein Flegel, ein Unmenſch, ein Bär, und brachen in einen Strom von Thränen aus, der alle andern Beiworte hinwegſchwemmte. Miß Pinch war jedoch in dieſer Beziehung gewiß ganz unſchuldig und verdiente keinerlei Vorwurf, ſondern dieſer kam vielmehr dem kleinen Seraph zu, der unmit⸗ telbar nach der Entfernung der Beſucher nach dem Haupt⸗ quartier geeilt war, um daſelbſt eine höchſt getreue und umſtändliche Schilderung der ſtattgehabten Ereigniſſe ab⸗ zugeben, wobei er nicht unterließ, es mit beſonderem Nachdruck zu erzählen, auf welch' unverſchämte Weiſe die Fremden ihr die Beſtellung eines Auftrags zugemu⸗ thet, welchen ſie nachher dem Lakaien zur Beſtellung übergeben hatten. Dieſe Beleidigung in Verbindung


