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maß ſich mit theuren Eiden, ſie habe noch niemals ein ſo engelgleiches Weſen geſehen.„Du lieber Gott!“ rief die gute Frau,—„dem lieben Kind fehlen nur noch ein Paar Flügelchen, um ein wahrer junger Syrup zu ſeyn!“— wofür ſie vermuthlich Cherub oder Seraph hatte ſagen wollen.
„Wenn Sie die Gefälligkeit haben wollten, dies Ihren hochachtbaren Eltern zu überreichen, meine liebe kleine Freundin,“ ſprach Herr Pecksniff, indem er eine ſeiner Empfehlungskarten zum Vorſchein brachte—„und ihnen mitzutheilen, daß ich und meine Töchter...“
„Und Frau Todgers, Papa,“ fügte Merry hinzu.—
„Und Frau Todgers von London,“ fuhr Herr Pecksniff fort—„daß ich und meine Töchter und Frau Todgers von London Ihnen nicht beſchwerlich fallen möchten, da wir einzig nur den Zweck hatten, Miß Pinch einen kurzen Beſuch abzuſtatten, deren Bruder, ein junger Mann, in meinen Dienſten iſt— daß ich aber dieſes Herrenhaus vom reinſten Geſchmacke nicht verlaſſen konnte, ohne als
Architekt der Eleganz und Sicherheit im Geſchmack ſeines
Eigenthümers meine ehrfurchtsvolle Huldigung darzubrin⸗ gen und ihm für die gerechte Würdigung jener ſchönen Kunſt zu danken, deren Pflege ich mein ganzes Leben ge⸗ widmet, und zu deren Verherrlichung und Verbeſſerung ich ein— ganzes Vermögen zum Opfer gebracht habe— ſo werde ich mich Ihnen zu hohem Danke verpflichtet fühlen.“
„Die gnädige Frau läͤßt ſich Miß Pinch empfehlen und ſich erkundigen, was das gnädige Fräulein eben jetzt lerne!“ rief haſtig eintretend der Lakai in demſelben Tone, wie früher..
„Ei,“ rief Herr Pinch,„da iſt der junge Mann! er könnte ja die Karte in Empfang nehmen. Kommt, liebe Kinder, laßt uns gehen, wir ſtören ſonſt die Studien.“
Frau Todgers veranlaßte für einen Augenblick einige Verwirrung, indem ſie ihr kleines, ſlaches Körbchen auf⸗ ſchloß, und dem jungen Manne haſtig eine ihrer eigenen Karten in die Hand drücken wollte, auf denen, außer einer


