Teil eines Werkes 
4.-6. Th. (1844)
Entstehung
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fungszeichen war, und eine große Portierloge, die dem Hauſe ſo nahe ſtand, daß ſie freilich leider die Ausſicht

beſchränken, die Einſicht aber jedenfalls ganz entſetzlich

machen mußte. An dieſem Einfahrtthore nun ſtand ein rieſiger Thürſteher beſtändig Schildwacht und zog, ſo oft er einem Beſucher gnädige Erlaubniß zum Eintritt gab, eine zweite große Glocke, deren Ton einen großen Lakaien zu gehöriger Zeit unter die Thür der Hausflur rief, um deſſen Schultern ſo große Achſelſchnüre mit mächtigen Quaſten baumelten, daß er ſich beſtändig unter den Stüh⸗ len und Tiſchen zu verwickeln und einzuhäckeln drohte und ein Leben voll Qualen führte, das kaum bedenklicher hätte ſeyn können, wenn er eine ungeheuere Fleiſchfliege in einer Welt voll Spinngeweben geweſen wäre. Auf dieſes Herrenhaus ſteuerte nun Herr Pecksniff in Begleitung ſeiner Töchter und der Frau Todgers in einem einſpännigen Miethwagen tapfer zu. Wie die gehörigen Empfangs⸗ förmlichkeiten fämmtlich vorübergegangen waren, wurden ſie in's Haus eingelaſſen und allmählig in ein kleines, mit Bücherſchränken verſehenes Zimmer geführt, worin Herrn Pinch's Schweſter gerade in dieſem Augenblicke ihrem älte⸗ ſten Zöglinge Unterricht gab, in welch' letzterem wir ein frühreifes kleines Weibsbild von dreizehn Jahren erkennen, das in Folge der Erziehung, des Schnürleibs und mit Fiſchbeinringen verſehenen Reifrocks ſchon auf einen ſol⸗ chen Grad von Bildung gebracht war, daß es zur größ⸗ ten Freude und Erbauung aller ihrer Verwandten und Blutsfreunde durchaus nichts Mädchenhaftes mehr in ſeinem Weſen hatte.

Beſuch für Miß Pinch! rief der Lakai, der ein

ausnehmend geiſtvoller junger Mann ſeyn mußte, da er

es auf höchſt geſchickte Weiſe zu melden wußte, nämlich mit deutlicher Unterſcheidung zwiſchen der kalten Ehrfurcht, womit er Beſuch für die Herrſchaft und der warmen per⸗ ſönlichen Theilnahme, womit er Gäſte des Kochs ange⸗ fündigt haben würde;Beſuche für Miß Pinch!

Miß Pinch ſtand eilfertig auf und legte dabei eine