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des Herrn, von dem Sie ſo eben noch geſprochen haben, Miß Pecksniſfs?“
„Um's Himmels willen, Frau Todgers, nennen Sie ihn doch keinen Herrn,“ unterbrach ſie die muntere Mercy, —„Herr Pinch ſollte ein Herr ſeyn! welch ein Einfall!“
„Sie boshaftes, ſchelmiſches Kind!“ rief Frau Tod⸗ gers und küßte Miß Mercy mit vieler Liebe;—„auf mein Wort, Sie ſind ein rechter Schelm, beſte Miß Pecks⸗ niff! wie viel Vergnügen muß die Munterkeit Ihrer Schwe⸗ ſter Ihrem lieben Papa bereiten.“
„Ich ſag' Ihnen,“ fuhr Mercy fort;— er iſt die häßlichſte, glotzäugiſchſte Kreatur auf Gottes Erdboden, Frau Todgers! ein wahrer Menſchenfreſſer.— Sie kön⸗ nen ſich kein häßlicheres, linkiſcheres und blöderes We⸗ ſen vorſtellen als ihn. Das Frauenzimmer, das wir beſuchen wollen, iſt ſeine Schweſter, und ich gebe es nun Ihnen anheim, zu beurtheilen, wie ſie erſt ausſehen muß. So viel weiß ich gewiß, daß ich werde laut auflachen müſſen, ſobald ich ſie zu Geſicht bekomme,“ rief das hübſche Mädchen;—„ich weiß zuvor, daß es mir unmöglich ſeyn wird, eine ernſte Miene beizubehalten; ſchon die Muthmaßung, daß eine Miß Pinch möglicher⸗ weiſe exiſtire, iſt ja wahrlich im Stande, Einem den Lachkrampf zu verurſachen!— du allmächtiger Gott! wie muß Einem erſt werden, wenn man ſie zu Geſicht bekommt.“
Frau Todgers brach in unmäßiges Lachen aus, als ſie die gute Laune des lieben Kindes bemerkte und geſtand, daß ſie ſich in der That faſt vor ihr fürchte, weil ſie ein ſogar böſes Mundſtück habe. G
„Wer hat ein böſes Maul?“ fragte eine Stimme unter der Thüre;—„das ſoll doch hoffentlich von keinem Gliede unſerer Familie geſagt ſeyn!“— worauf der Herr Pecksniff lächelnd in's Zimmer herein ſchielte und die Frage that:„Darf ich herein kommen, Frau Todgers?“
Frau Todgers brach beinahe in einen Hülferuf aus, denn da die kleine Zwiſchenthüre, welche dieſes Zimmer von dem inneren ſchied, weit offen ſtand, kam die Sopha⸗


