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ten beunruhigt an ſtillen Sonntagen mit ihren Halftern raſſeln hören konnte, als gehörten ſie zu jenen unruhigen Geiſtern, wie ſie, laut mancher Geſpenſtergeſchichte, ket⸗ tenklirrend in Häuſern ſpuken ſollten, wo es nicht ge⸗ heuer war.
Wollte man auch nur von der Hälfte der ſeltſamen
alten Schenken reden, die in Todgers's Nähe ein ſchlaf⸗ trunknes geheimnißvolles Daſeyn führten, ſo konnte man wahrlich einen tüchtigen Band damit füllen, waͤhrend ein zweiter, nicht minder umfangreicher Theil einzig nur der Schilderung der verſchiedenen alten Stammgäſte ge⸗ widmet werden könnte, dir ſich in den ſchlecht beleuchte⸗ ten Wirthsſtuben umher trieben. Sie waren im Allge⸗ meinen nur alte Bewohner dieſer Gegend, die hier ge⸗ boren und von Kindesbeinen an hier aufgewachſen waren — Leutchen, die längſt ſchon am Keuchhuſten, Bruſt⸗ beklemmung und kurzem Athem litten, wenn ſie nicht gerade einege Geſchichtchen erzählten, für welchen Fall ſte auch die beſten Lungen beſchämen konnten. Dieſe wackern Leutchen ſchimpften meiſt gewaltig über Dampf und all das neugebackne Weſen, erklärten jeden Luft⸗ ballon für eine Sünde und klagten überlaut über die Entartung der Zeiten; wobei denn ſtets dasjenige Mit⸗ glied eines jeden kleinen Clubbs, das die Schlüſſel der nächſten Kirche zu verwahren pflegte, dieſe gefährliche Erſcheinung von Amtswegen beharrlich dem Einreißen von Sektirerei und Irreligion beimaß, obgleich der größte Theil der Geſellſchaft ſich zu dem Glauben ge⸗ neigt fühlte, daß die Tugend in gleichem Maßſtabe ſeltener werde, wie der Puder, und daß Altenglands Größe in eben demſelben Maßſtabe abnehme, wie die Einträg⸗ lichkeit des Handwerks der Perückenmacher.
Was nun Todgers's Speiſehaus ſelbſt anbelangt— wir beſprechen es hier zunächſt nur in ſeiner Eigenſchaft als Haus dieſer Gegend, und gehen nicht auf das We⸗ ſentliche ſeiner Tugenden als Speiſehaus für Herrn vom
*¹ Kaufmannsſtande ein,— ſo war es vollkommen würdig,


