Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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fuhr er fort:wißt Ihr welch Schickſal Eurer harrt? Der Kerker und das Blutgerüſt.

Hört mich! hob er ſanfter wieder an: Ich habe Mitleid mit Eurer Jugend, ich will Euch weniger ſtrafbar glauben, als Ihr zu ſeyn ſcheint; Euer Leiden erregt mein Mitgefühl, und noch kann ich Euer Leben retten. Ehe Ihr in Feſſeln gelegt werdet, ehe Euer Todesurtheil geſprochen wird, habe ich Mittel, Euch dem Schwerdte der Gerechtigkeit zu entziehen, Ihr ent⸗ fliehet dieſe Nacht aus dem Gefängniß des Kloſters, ich werde Eure Flucht begünſtigen; und Waldburgs Ermor⸗ dung, deren Spuren ich vertilgen werde, wird für die gan⸗ ze Gegend ein ewig unergründliches Geheimniß bleiben.

Alais ſchien nachzudenken; ſie war unbeweglich und ſchwieg. Olburg zweifelte nicht an dem Erfolg ſeines Vorſchlags, und fuhr fort:

Ich fordere von Euch nur eine einzige Bedingung; beſinnet Euch nicht, denn Euer Heil hängt davon ab. Dieſe Nacht, bevor Ihr flieht, ſchreibt Ihr an den Grafen; Ihr ſagt ihm: Ihr wolltet kein ferneres Hin⸗ derniß ſeines Glückes, ſeiner Jermählung ſeyn; Ihr hättet ihn betrogen, denn, durch Eure Verirrungen er⸗ niedrigt, wäret ihr ſeiner nicht werth. Schande wäre Euer Erbtheil, und von ihm vergeſſen zu werden, Euer einziger Wunſch; zu dieſem Zwecke hättet Ihr ihn auf immer geflohen.*