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Prior von Sankt Irenäus kann einer Fremden den Auf⸗ enthalt auf ſeinen Grunde verbieten, ihm ſteht es frei, ſie zu verjagen, und ſeinem Willen werde ich mich unter⸗ werfen, aber Eure Beleidigungen ertrage ich nicht. 3 „Wohlan! ich befehle Euch in ſeinem Namen... „Er ſelbſt ertheile mir ſeinen Befehl,“ ſiel ſie mit
Feſtigkeit ein:„Ich habe gehorchen gelernt ſeit meiner
früheſten Jugend; zuerſt den Wünſchen meiner Familie, dann den Geſetzen meines Monarchen, und ſpäter dem Billen des Himmels; mich aber dem tyranniſchen Urtheil eines Richters, der die Gewalt nicht hat, es zu ſeyn, zu unterwerfen, habe ich nirgends gelernt..
Ihre würdevolle Haltung ſchien einer Königin anzu⸗ gehören. Olburg war beſtürzt; er konnte ihren Blick nicht aushalten, aber in der Tiefe ſeiner Seele vermehr⸗ te ſich Haß und Wuth gegen ſie.
„Fremde!“ fuhr er fort:„Blut bedeckt Dein Ge⸗ wand; Du trägſt die Kleidung des Mordes.
Alais ſchauderte bei dieſen Worten. Die Szene von Fontaril, das traurige Ende ihres Bruders und Ar⸗ thurs Verbrechen ſtanden vor ihrem Gedächtniß, und riſ⸗ ſen die Wunden ihres Herzens wieder auf; ſie ſtützte ihren Kopf in die Hand, und ſchien der Gewalt ihres Schmerzes zu erliegen.
Olburg ſchien gerührt zu ſeyn:—„Unglückliche!“


