Teil eines Werkes 
1. Theil (1826)
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verbieten einer Fremden, zurückgezogen und in Frieden zu leben? Wer gebietet ihr, ihr Leben und ihre Schickſale den unbekümmerten dieſer Welt zu erzählen, und Andere mit der Darſtellung von Leiden zu beläſtigen, welche nur ſie betreffen? Armuth iſt kein Verbrechen, und iſt hier keinem Richter irgend eine Rechenſchaft ſchuldig. Ich ver⸗ lange von der Erde nur ein verborgenes Aſyl, ihr Ver⸗ geſſen, und die öffentliche Gleichgiltigkeit.

Olburg, durch die Ausdrücke der unbekannten über⸗ raſcht, fuhr mit ſpöttiſchem Tone fort:

Liſtige Creatur! wenn Ihr das gallgemeine Ver⸗ geſſen wünſcht, warum zogt Ihr denn durch Eure Reize und Eure Geheimniſſe den ſchönen Grafen von Ravenſtel in Eure Einſamkeit? Geſchah es vielleicht, um die Macht Eurer Tugend, die Stärke Eurer unſchuld beſſer ſtrah⸗ len zu laſſen, daß Ihr unter wollüſtigen Schatten Eure verliebten Zuſammenkünfte verbargt? Geſchah es aus Züchtigkeit und Beſcheidenheit, daß Ihr den leichtgläubi⸗ gen Arthur beredetet, Ihr ſeyed von hoher Abkunft? Geſchah es endlich aus Pflicht und Güte, daß Ihr das Herz des Fräuleins von Montolin mit Verzweiflung er⸗ fülltet?*

Herr, ſagte Alais beleidigt und mit dem Aus⸗ druck eines reinen Bewußtſeyns:zu weſchem Zwecke ſtellt Ihr mir dieſe beleidigenden Fragen? Zu was dieß ſeltſame Verhör? Welche Rechte habt Ihr auf mich? Der