ſchwänglichen Vergnügen über ihre wiedererlangte Neigung, daß er trotz Louiſens früherer Härte noch
immer mit ganzer Seele an ihr hing, daß er ihr vergeben und allen Kummer vergeſſen könnte, den er ſo viele, viele Monate ertragen hatte.
„Wie lange iſt Lord Roehampton verheirathet?“ fragte Frau Sydney.
„Seit vierzehn oder fünfzehn Monaten,“ er⸗ wiederte Strathern.
„Alſo war er ſchon verheirathet, wie er durch Rom kam?“ fuhr Madame Sydney fort.„Hat ihn ſeine Gemahlin damals begleitet?“ ₰
„Ja, aber da ihre Verbindung eine geheime und von ſeinem Vater, einem harten und ſtrengen Mann, noch nicht anerkannt war, ſo ſtand es mir nicht frei davon zu ſprechen. Man mußte doch dem Vater zuerſt die nöthigen Eröffnungen machen.“
„Jetzt iſt mir Alles klar,“ verſetzte Frau Syd⸗ ney.„Wollte Gott, Sie hätten mir damals das Geheimniß anvertraut.“
In dieſem Augenblick wurde gemeldet, das Eſſen ſei aufgetragen, und es entſtand eine allge⸗ meine Bewegung. Strathern hielt ſich neben Loui⸗ ſen, die vor freudiger Beklommenheit bebte und empfand, daß ſie ihn nie ſo zärtlich geliebt hätte, wie eben jetzt. Sie kannte nunmehr die Ungerech⸗ tigkeit ihres früheren Argwohns; ſie fühlte ſich zum— innigſten Danke verpflichtet für die aufrichtige und


