hatten. Die Binde, welche bis daher die düſtere Wirklichkeit des Lebens vor ihm verdeckt hielte, und die Unbeſtändigkeit und Liebloſigkeit der Menſchen in Schatten ſtellte, war ihm durch die rauhe Hand des Unglücks für immer von den Augen gezogen
worden. Dieſer ernſte Mahner hatte ihn zwar nur
eine kurze Zeit heimgeſucht, aber die Erfahrungen, die er gemacht, waren nicht von der Art, daß ſeine natürliche Munterkeit ſich ſo bald wiederher⸗ zuſtellen vermochte, und dann lag noch ein anderer, ſtärkerer Grund zur Niedergeſchlagenheit für ihn in dem unerklärbaren Benehmen des Mädchens, die er noch immer ſo zärtlich liebte. Die Anhänglich⸗ keit zweier Weſen, wie Lord Roehampton und ſeine Gemahlin, war ein Balſam für ſein Herz. Vom lebhafteſten Danke für ſeine brüderliche Aufmerk⸗ ſamkeit und unbegränzte Freigebigkeit gegen ſie er⸗
füllt, überhäufte ihn das liebenswürdige Paar un⸗
aufhörlich mit den zarteſten Beweiſen ihrer Neigung und für eine Weile vergaß er die eigenen Sorgen über der Freude, die es in ihm erregte, als er ihren Empfang auf Schloß Roehampton und ihre häusliche Seligkeit mit anſah. Die Großartigkeit ihres ſtattlichen Edelſitzes, die Achtung und Ehr⸗ erbietung, mit der ſie von dem hohen und niederen Adel der Nachbarſchaft behandelt wurde, brachte keine Veränderung in der ſchlichten und anſpruchs⸗ loſen Frau hervor. Sobald es der Anſtand er⸗
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