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Louiſe es aber gleich vermied von Strathern zu reden, konnte ſie ihn doch nicht aus den Gedanken bringen, vielmehr mußte ſie ſich nach einer beinahe ſchlafloſen Nacht geſtehen, daß er ſie als reicher„ Mann eben ſo ſehr beſchäftigte, als da er arm geweſen war. Gar zu gerne hätte ſie gewußt, wo ſich jetzt das ſchöne, aber verdorbene Frauen⸗ zimmer aufhielt, mit der ſie ihn zu Como verlaſſen und doch ärgerte ſie ſich gleich darauf, daß ſie auch nur einen einzigen Gedanken einer ſo unwürdigen Perſon zugewendet. Was konnte ihr daran liegen, wo jene war? Nichts, gar nichts. Deſſenungeachtet hätte ſie Tauſende darum gegeben, zu erfahren, ob Strathern der unſittlichen Verbindung entſagt habe.
Sie wünſchte es blos um ſeinetwillen— ſo bere⸗ dete ſie ſich wenigſtens, denn es konnte ihr ja gleich⸗ gültig ſein, wie ſie ſich immer auf's Neue wiederholte. Wie unangenehm war es, daß ſie ſich ſeiner nie⸗ mals erinnern konnte, ohne daß ſich das verhaßte Andenken an das Frauenzimmer mit der Vorſtellung verband. Und doch, wie ſchön war ſie. Man durfte ſich nicht wundern, daß Strathern von einem ſolch reizenden und verführeriſchen Aeußeren hin⸗ geriſſen wurde. Welcher Mann hätte da wider⸗ ſtehen können, wo ſie— ein Weib und ein eifer⸗ ſüchtiges Weib, wie ſie ſich im geheimſten Winkel ihres Herzens geſtand,— wo ſie zugeben mußte, daß ſie nie zuvor ſolch' liebliche Züge geſchaut.


